Nationalrat

    Nationalrat will eine Gebühr für Bagatellfälle in der Notaufnahme

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Wer die Notaufnahme eines Spitals aufsucht, soll künftig eine Gebühr von rund 50 Franken bezahlen müssen. Das will der Nationalrat.

    Notfall
    Der Nationalrat will eine Gebühr von 50 Franken für die Notaufnahme in Spitälern einführen. Das soll Patientinnen und Patienten davon abhalten, mit Bagatellen den Notfall aufzusuchen. (Themenbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Nationalrat will, dass der Besuch einer Notaufnahme künftig 50 Franken kosten soll.
    • Als Ausnahmen gelten ärztliche Zuweisungen oder die nachfolgende stationäre Behandlung.

    Wer die Notaufnahme eines Spitals aufsucht, soll künftig eine Gebühr von rund 50 Franken bezahlen müssen - es sei denn, er oder sie muss hinterher stationär behandelt werden. Das will der Nationalrat.

    Der Nationalrat hiess am Dienstag mit 108 zu 85 Stimmen bei einer Enthaltung eine parlamentarische Initiative des ehemaligen GLP-Nationalrates Thomas Weibel (ZH) gut. Darüber muss noch der Ständerat befinden.

    GLP-Nationalrat Thomas Weibel.
    GLP-Nationalrat Thomas Weibel. - Keystone

    Stimmt die kleine Kammer zu, kann eine rechtliche Grundlage geschaffen werden für Kantone, die eine Gebühr einführen möchten. Solche Pläne hegt insbesondere der Kanton Zürich.

    Keine Gebühr: Ärztliche Zuweisung und stationäre Behandlung

    Keine Gebühr bezahlen müssten gemäss dem Vorschlag von Weibel Patientinnen und Patienten mit ärztlicher Zuweisung oder nachfolgender stationärer Behandlung. Auch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren könnten ausgenommen werden.

    Die erste Anlaufstelle seien in der Regel die Hausärzte, sagte Martin Bäumle (GLP/ZH). In den vergangenen Jahren habe aber leider die Anzahl Konsultationen im Spitalnotfall stark zugenommen. Viele Fälle entpuppten sich als Bagatellfälle. Das führe zu hohen Kosten.

    spital laufen
    Die Notaufnahme im Spital Laufen. - KEYSTONE

    Eine spitalambulante Konsultation ist laut dem Initianten mehr als doppelt so teuer wie die durchschnittliche Konsultation in der Arztpraxis. Dass wegen Bagatellen vermehrt der Notfall aufgesucht werde, überlaste auch die Notfallorganisationen und führe unter Umständen zu gefährlichen Wartezeiten für echte Notfälle, sagte Bäumle.

    Patienten fehlt Kostenbewusstsein

    Für die Gebühr machte sich auch die Gesundheitskommission des Rates stark. Kommissionssprecherin Kathrin Bertschy (GLP/BE) stellte fest, bei den Patientinnen und Patienten fehle das Kostenbewusstsein. Die Massnahme könne helfen, die Kosten einzudämmen. Über die Details der Ausgestaltung könne das Parlament später befinden.

    Blick in ein Zimmer mit Aussicht im Bettenhaus Triemli.
    Für die Gebühr machte sich auch die Gesundheitskommission des Rates stark. - Keystone

    Gegen die Notfall-Gebühr stellte sich Yvonne Feri (SP/AG). Eine Gebühr belaste vor allem die Ärmsten, alte Menschen und Chronischkranke, argumentierte sie. Der Entscheid müsse bei den Patientinnen und Patienten liegen.

    Auf dem Land finde man oft nicht so schnell einen Hausarzt, gab Feri zu bedenken. Sie wies auch auf den administrativen Aufwand hin. Ausserdem seien Streitigkeiten darüber zu erwarten, ob etwas ein Bagatellfall sei oder nicht. Die Mehrheit des Rates folgte aber der Kommission.

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