Mehr Menschen sind ab Februar für Blutspenden zugelassen

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Bern,

Menschen mit früherer Transfusion oder langem UK-Aufenthalt dürfen wieder spenden. Das Risiko gilt heute als gering – nach über 20 Jahren wird gelockert.

Blutspende
Die Kriterien für Blutspenden in der Schweiz werden ab dem 1. Februar gelockert. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 1. Februar gelten in der Schweiz gelockerte Regeln fürs Blutspenden.
  • Frühere Transfusionen oder UK-Aufenthalte sind kein generelles Ausschlusskriterium mehr.
  • Die Änderungen basieren auf neuer Risikobewertung und Swissmedic-Genehmigung.

Die Kriterien für Blutspenden in der Schweiz werden ab dem 1. Februar gelockert. Personen mit früherer Bluttransfusion, längerem Aufenthalt in Grossbritannien oder gewissen medizinischen Eingriffen dürfen wieder spenden, wie Blutspende SRK mitteilte.

Grundlage für die Anpassung sei eine umfassende Risikoevaluation durch eine Fachgruppe und die Genehmigung durch das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic. Das schreibt Blutspende SRK, eine eigenständige Institution des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), in einer Mitteilung am Dienstag.

Neue Fristen für Transfusionen und Eingriffe

Neu gilt demnach unabhängig vom Land, wo eine Bluttransfusion stattfand, eine Frist von vier Monaten nach jeder Transfusion. Personen, die sich in den 80er- und 90er-Jahren länger in Grossbritannien aufhielten, dürfen laut Blutspende SRK künftig wieder Blut spenden.

Bei neurochirurgischen Eingriffen gelte eine Wartefrist von einem Jahr, sofern der Eingriff in der Schweiz erfolgte. Personen, die nach 1993 ein Zahnimplantat in der Schweiz erhalten haben, dürfen zudem wieder Blut spenden. Je nach Komplexität des Eingriffs gilt laut Mitteilung eine Rückweisefrist von mindestens zwei Wochen.

Creutzfeldt-Jakob-Risiko neu bewertet

Die bisherigen Regeln galten laut Blutspende SRK seit über 20 Jahren. Sie entstanden damals aufgrund des Übertragungsrisikos der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) durch Blut. Ende des letzten Jahrhunderts bestand laut der Institution in Grossbritannien ein erhöhtes Risiko für eine Infektion.

Gehst du regelmässig Blutspenden?

Auch Bluttransfusionen und gewisse Eingriffe galten als potenzielle Risikofaktoren, wie Blutspende SRK schrieb. In der Schweiz sei bis heute kein Fall von vCJK bekannt. Das Risiko einer Übertragung durch Bluttransfusionen werde heute als äusserst gering eingestuft.

Blutspende bleibt kontrolliert – aber inklusiver

Blutspenden unterliegen weiterhin strengen Auswahl- und Kontrollprozessen, wie die Institution betonte. Die Anpassung der Kriterien sei aber ein «gesellschaftlich bedeutungsvoller Schritt.»

Vor rund einem Jahr stelle SRK Blutspende einen Trend zu weniger Blutspenden fest. Insgesamt wurden 2024 in der Schweiz 1,3 Prozent weniger Blutspenden entnommen als noch 2023. Insgesamt waren es 260'349 Spenden.

Per 1. Januar 2025 wurde die Unentgeltlichkeit der Blutspende im Gesetz verankert. Zudem durften seither – ausser den oben genannten Ausnahmen – alle Menschen Blut spenden. Bis Anfang 2025 waren Männer nur zugelassen, wenn sie in den vergangenen zwölf Monaten keinen Sex mit Männern hatten.

Kommentare

User #4505 (nicht angemeldet)

Würde gerne Blut spenden. Meine Blutgruppe gibt es nicht so häufig. Aber ich darf nicht, da man mindestens 50kg wiegen muss, was ich nicht verstehe. Auch da könnte gelockert werden.

User #4069 (nicht angemeldet)

Das ist doch toll.

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