Nach einer Massnahmen-Demo in Liestal BL am Samstag soll am Donnerstag eine Gegendemonstration stattfinden. Aber pandemiegerecht nur digital.
Gegendemo Coronavirus Massnahmen #NoLiestal
Massnahmen-Befürworter rufen zur Gegendemo gegen Liestal-Demonstrierende auf. - Keystone/Screenshot Twitter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Proteste gegen die Corona-Massnahmen erhalten immer mehr Zuwachs, aber nicht nur.
  • Es formiert sich eine Gegenbewegung, welche Massnahmen und «No Covid» befürwortet.
  • Diese will am Donnerstagmorgen online für die Massnahmen demonstrieren.

Je länger der Lockdown anhält, desto mehr Widerstand entsteht gegen die Massnahmen. Mit diesem kommen auch Demonstrationen, die nun fast wöchentlich stattfinden.

Organisiert werden sie vom Verein «Stiller Protest», Teilnehmende rangierten von Rechtsextremen bis zu wütenden Gastro-Unternehmenden.

Demonstration Liestal BL Coronavirus
Keine Schutzmasken weit und breit: Teilnehmende an der Kundgebung gegen die Massnahmen gegen das Coronavirus in Liestal BL, 20. März 2021. - Keystone

Die letzte solche Demonstration fand in Liestal BL statt, die Polizei sprach von etwa 6000 Teilnehmenden. Kritik gab es vor allem, weil die Schutzmassnahmen nicht respektiert wurden – obwohl das als Voraussetzung für die Bewilligung gilt.

Der Kanton hat deshalb «Stiller Protest» ein Demonstrationsverbot erteilt.

Gegendemonstration gegen Massnahmen-Kritiker

Jetzt formiert sich aber eine Gegenbewegung: Verfechter von «No Covid» und strengen Massnahmen wollen am Donnerstagmorgen virtuell gegen die Demonstrierenden in Liestal protestieren. Unter dem Hashtag #NoLiestal sollen sich Gleichgesinnte im Netz versammeln.

Lanciert wurde die Idee am Sonntag nach der Demonstration im Baselbiet von Satiriker Nils Althaus auf der Plattform Twitter. Schnell fand der Vorschlag Anklang. Die Pflegefachfrau Christina Schumacher wurde von den Organisierenden kontaktiert, wie sie auf Anfrage bestätigt weil sie «eine gewisse Reichweite» habe.

Auch die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Badran (SP) meldete sich zu Wort, sie sei grundsätzlich dabei.

Mit der Aktion soll gezeigt werden, dass eine stille Mehrheit der Bevölkerung die Massnahmen befürworte, so Schumacher. «Weil wir verstanden haben, dass wir nur so wieder aus der Sache rauskommen – und mit der Impfung, natürlich.»

Christina Schumacher
Christina Schumacher, Pflegefachfrau und Teilnehmende an der #NoLiestal-Demo. - zVg

Diese Einschätzung stimmt sogar, wie eine Umfrage von Sotomo im März zeigt. Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer stehe hinter dem Lockerungskurs des Bundesrats. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit jedoch. Eine Mehrheit wünscht sich auch schnellere Öffnungen ab Ende März.

Künftige Demonstrationen unterbinden

Zudem soll auch eine Demonstration der Massnahmen-Gegner in Rapperswil-Jona SG verhindert werden. Mit Mails an die Stadt, den Kanton und der Polizei wollen die Gegendemonstrierenden den Bewilligungsversuch scheitern lassen.

Solche Veranstaltungen seien für die «grosse Mehrheit der Bevölkerung [...] blanker Hohn», steht in der Mail-Vorlage.

Werden Sie für «No Liestal» demonstrieren?

Auch der Kanton Uri soll die geplante Demonstration nicht bewilligen, fordern die Anhängerinnen und Anhänger von «No Liestal». Die Kundgebung in Altdorf wird aber nicht von «Stiller Protest» organisiert, sondern von «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik».

Auftreten werden unter anderem Nicolas Rimoldi, Co-Präsident der Bewegung «Mass-Voll» und Satiriker Andreas Thiel.

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