Massentierhaltungsinitiative

    Massentierhaltungsinitiative: Alle Argumente gegen Nutztier-Regelung

    Stefan Schönbächler
    Stefan Schönbächler

    Bern,

    Laut den Gegnern will die Massentierhaltungsinitiative Bauern einen höheren Standard für Nutztierhaltung aufzwingen. Auch der Import würde stärker reguliert.

    Massentierhaltungsinitiative
    Ein Plakat und drei Siloballen wurden von Gegnern der Massentierhaltungsinitiative aufgestellt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Massentierhaltungsinitiative sieht vor, alle Betriebe auf den Bio-Standard anzuheben.
    • Der Bundesrat und das Parlament sehen dabei keinen Handlungsbedarf.
    • Einige Gegner befürchten flächendeckend höhere Kosten bei Tierprodukten.

    Am 25. September 2022 stimmt die Schweiz über die Massentierhaltungsinitiative ab. Bei einem Ja würde für alle landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz der Bio-Standard gelten. Die strengeren Mindestanforderungen müssten auch bei importierten Tierprodukten erfüllt sein.

    Massentierhaltungsinitiative
    Die Annahme der Massentierhaltungsinitiative würde auch den Import von Tierprodukten beeinflussen. - Keystone

    Bundesrat und Parlament sehen keinen Handlungsbedarf und lehnen die Initiative ab. Auch der Schweizer Bauernverband und mehrere kantonale Bauernverbände wehren sich gegen die Vorlage. Unterstützt werden sie dabei von der SVP, der FDP und der Mitte.

    Keine Grossbetriebe in der Schweiz

    Die Massentierhaltung ist den Initianten ein Dorn im Auge. Man wolle das Tierwohl fördern, indem man die tierfreundliche Unterbringung zur Pflicht macht und die Maximalgrösse von Tierbeständen einschränkt. Insbesondere sollen dadurch industrielle Grossbetriebe eingeschränkt werden.

    Massentierhaltungsinitiative
    Industrielle Grossbetriebe wie beispielsweise in Deutschland gäbe es in der Schweiz gar nicht. - Keystone

    Das sei unnötig, erklärt Mitte-Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter: «Wir haben das strengste Tierschutzgesetz der ganzen Welt».

    In der Schweiz gäbe es demnach gar keine richtigen Grossbetriebe: Während ein Schweizer Landwirtschaftsbetrieb beispielsweise maximal 1500 Mastschweine halten darf, gäbe es in Deutschland Betriebe mit bis zu 60’000 Schweinen.

    Massentierhaltungsinitiative macht Tierprodukte teurer

    3300 Betriebe in der Schweiz müssten nach Angaben des Bundes demnach ihre Produktion zurückfahren oder ihre Nutzfläche vergrössern. Die entstehenden Kosten würden schlussendlich in einer Preissteigerung auf die Konsumenten abgewälzt. Wie Martin Rufer, Direktor des Schweizer Bauernverbands, bei Nau.ch schreibt, würde der Preis für tierische Lebensmittel um 20 bis 40 Prozent steigen.

    Massentierhaltungsinitiative
    Tierische Lebensmittel könnten teurer werden. - dpa

    Dass die Initiative das «privatwirtschaftliche Label» des Bio-Standards in der Verfassung festhalten will, ist für das Komitee «Massentierhaltungsinitiative-Nein» geradezu «absurd».

    Und dass Importe ebenfalls diesen Vorschriften unterliegen würden, vertrage sich nicht mit internationalen Handelsabkommen. Auch die FDP stört sich an diesem «unverhältnismässigen Markteingriff».

    Für die SVP ist die Massentierhaltungsinitiative gar kontraproduktiv. Nur mit einem Nein am 25. September 2022 sage man ja «zu einer tiergerechten, leistungsfähigen und umweltschonenden Tierhaltung».

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