Lisa Mazzone: «Wir müssen über Verantwortung sprechen!»

    Lisa Mazzone
    Lisa Mazzone

    Genève,

    Lisa Mazzone kritisiert den Bundesrat für seinen Umgang mit der Klimakrise. In ihrer Kolumne fordert die Grünen-Präsidentin mehr Klimaschutz.

    Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone.
    Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Lisa Mazzone schreibt auf Nau.ch neu Kolumnen.
    • Die Grünen-Präsidentin fordert konkrete Massnahmen gegen Hitze und Dürre.
    • Mazzone plädiert unter anderem für mehr Begrünung, Gebäudesanierungen und weniger fossile Energien.

    Dieser Sommer war extrem. Insbesondere für die älteren Menschen, für die Kleinkinder und ihre Eltern, für das Pflegepersonal, für die Bäuerinnen und Bauern, für die Bauarbeiter oder für all die Menschen, die in einer kleinen Wohnung im Stadtzentrum leben.

    Auch unsere Natur hat gelitten: Die Fische, die Kühe, die Flüsse, die Seen, die Wälder oder die Gletscher. Unser gemeinsames Interesse ist klar: Uns vor Hitze und Dürre zu schützen. Und jedes zusätzliches Zehntel Grad zu bekämpfen.

    Doch: Trotz Klimakrise war der Bundesrat den ganzen Sommer lang still. Kein Wort für die Betroffenen, keine Task Force, kein Kurswechsel. Der Bundesrat ignoriert die Klimakrise weitgehend. Und die Bevölkerung lässt er im Stich.

    Heute bedeutet Verantwortung, die Klimakrise anzuerkennen und entschlossen dagegen zu handeln. Das ist die Verantwortung des Bundesrates gegenüber der Bevölkerung. Die Verantwortung der Schweiz gegenüber der Welt.

    Rekordsommer
    Dieser Sommer war extrem. (Symbolbild) - keystone

    Die Verantwortung unserer Generation gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Doch: Trotz Klimakrise sind die Rückschritte des Bundesrates zahllos.

    Nur ein paar Beispiele: Mega-Autobahnen trotz des NEINS des Volkes. Oder: Massive Kürzungen bei der energetischen Gebäudesanierung. Und: Kürzungen beim Schutz der Wälder und der Renaturierung der Flüsse. Dazu: Geschenke an Autoimporteure, die klimaschädliche Autos verkaufen. Zu guter Letzt: Das ruinöse AKW-Revival.

    Was folgt aus all dem? Die Schweiz wird ihre Klimaziele für 2030 nicht erreichen, wie Herr Rösti mitten in der Hitzewelle bekräftigte.

    Gegen die Hitze ist der Weg klar: Begrünung mit tausenden von Bäumen, Gebäude vor Hitze und Kälte schützen und die Mieten für diejenigen Personen senken, die in ihren schlecht isolierten Wohnungen unter übermässiger Hitze leiden.

    Beton entfernen und Flüsse renaturieren, Baustellen im Freien stoppen und den Schlechtwetterfonds für die Betroffenen aktivieren, Klimaanlagen in Schulen, Krankenhäusern, Altersheimen und Kitas installieren.

    Wetter Hitze Baustelle
    Auf Baustellen wird oft trotz grosser Hitze weitergearbeitet. (Symbolbild) - keystone

    All die Vorstösse der Grünen zu diesen Anliegen wurden bis jetzt von den Bürgerlichen abgelehnt. Wir werden sie unermüdlich wieder einreichen. All das ist wichtig. Aber alle wissen, dass Klimaanlagen alleine die Klimakrise nicht aufhalten.

    Es braucht mehr als reine Symptom-Bekämpfung. Die Menschen wollen keine Sommer mit 50 Grad! Dafür erwartet die Bevölkerung echten Klimaschutz, wie sie das in zig Volksabstimmungen ausgedrückt hat.

    Die Schweiz ist eines der am stärksten von der Klimaerhitzung betroffenen Länder. Wir müssen alles tun, um diese globale Herausforderung zu bewältigen.

    Und: Wir werden andere Länder nur dann überzeugen, schneller zu handeln, wenn wir unsere eigenen Hausaufgaben machen.

    Sollte der Bundesrat beim Klimaschutz stärker handeln?

    Wir müssen ein Vorbild werden. Und die Chance nutzen, die das für unsere ganze Gesellschaft darstellt. Für die Menschen, für die Natur, für die Gerechtigkeit, für die Wirtschaft.

    Denn die Lösungen sind da und sie sind machbar: Gebäude sanieren, Verkehr und Wärme von fossilen Energien lösen. Den Zug-, Velo- und Fussverkehr ausbauen, Privatjets stoppen und Flugreisen reduzieren. Die Wirtschaft umgestalten und den Finanzplatz sauber machen. Die internationale Klimasolidarität ausbauen.

    Der Weg ist klar. Wir übernehmen die Verantwortung. Und die Bürgerlichen?

    d
    Lisa Mazzone. - zVg

    Zur Autorin

    Lisa Mazzone (*1988) ist Präsidentin und Mitglied der Geschäftsleitung der Grünen Schweiz.

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    Kommentare

    User #1784 (nicht angemeldet)

    Die Grünen sollen schauen das nicht noch mehr Hochhäuser gebaut werden sondern mehr Grünflächen so kann die Hitze minimiert werden.

    User #2682 (nicht angemeldet)

    Schön dass die heutigen grünen Fundis, grüne Realos wie Joschka Fischer, als Unfug bezeichnen. Damals wurde noch sinnvolle grüne Politik gemacht. Heute wird dafür nur noch Unfug geredet und gefordert.

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