Kostenbremse-Initiative

    Kostenbremse-Initiative: Empfehlung von Bundesrat und Parlament

    Thierry Ehrsam
    Thierry Ehrsam

    Bern,

    Die Schweiz stimmt am 9. Juni über die Kostenbremse-Initiative ab. Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab, unterstützen aber den Gegenvorschlag.

    Elisabeth Baume-Schneider Kostenbremse-Initiative Bundesrat
    Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider äusserte sich im Rahmen einer Medienkonferenz zur Kostenbremse-Initiative. Ebenfalls im Bild (vlnr): Lukas Engelberger, Thomas Christen, Agnes Schenker. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Kostenbremse-Initiative wird von Bundesrat und Parlament abgelehnt.
    • Grund dafür ist das Fehlen von gezielten Ansätzen zur Kostensenkung im Gesundheitswesen.
    • Ausserdem würden nachvollziehbare Gründe für das Kostenwachstum nicht berücksichtigt.

    Am 9. Juni 2024 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen». Hinter der Kostenbremse-Initiative steht Die Mitte. SP, Grüne, GLP, FDP und SVP lehnen die Initiative dagegen ab.

    Der Bundesrat hat sich gegen die Initiative ausgesprochen. Auch das Parlament lehnt die Initiative ab. Im Nationalrat stimmten 110 Personen für ein Nein, 31 für ein Ja, 55 enthielten sich. Im Ständerat gab es 20 Nein-Stimmen, 14 Ja-Stimmen und 10 Enthaltungen.

    Kostenbremse-Initiative Die Mitte Parlament
    Das Parlament lehnt die Kostenbremse-Initiative der Mitte ab. ( Symbolbild) - keystone

    Kostenbremse-Initiative bietet keine gezielten Massnahmen

    Im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Abstimmungen am 9. Juni äusserte sich Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider zur Kostenbremse-Initiative: «Es braucht unbedingt Massnahmen gegen das Kostenwachstum im Gesundheitswesen». Diese müssten aber gezielter sein als die Kostenbremse-Initiative, so die Gesundheitsministerin.

    Die Initiative nehme ausserdem zu wenig Rücksicht auf Elemente wie den medizinischen Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung. Es gebe aber durchaus Einsparpotenzial. So gehen laut Baume-Schneider Schätzungen davon aus, dass durch das Vermeiden von Doppelspurigkeit und Fehlanreizen mehrere Milliarden eingespart werden könnten.

    Indirekter Gegenvorschlag nimmt medizinische Akteure in die Verantwortung

    Der Bundesrat und das Parlament haben deshalb einen indirekten Gegenvorschlag erarbeitet. Der Gegenvorschlag bringe mehr Transparenz in der Kostenstruktur des Gesundheitswesens. Denn «um sparen zu können, muss man erst wissen, wo unnötig Geld ausgegeben wird», betont Elisabeth Baume-Schneider.

    Kostenbremse-Initiative Gegenvorschlag Elisabeth Baume-Schneider
    Durch den indirekten Gegenvorschlag würden die medizinischen Akteure in die Verantwortung genommen, sagt Elisabeth Baume-Schneider im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Abstimmungen am 9. Juni. (Archivbild) - keystone

    Der Gegenvorschlag verpflichte die Akteure im Gesundheitswesen dem Bundesrat eine Kostenprognose vorzulegen. Sie müssten zudem begründen, weshalb und wie stark die Kosten in ihrem Bereich wachsen. Basierend auf dieser Kostenprognose lege der Bundesrat dann fest, wie stark die Kosten der obligatorischen Krankenversicherung maximal steigen dürfen.

    Durch den Gegenvorschlag würden die medizinischen Akteure an den Tisch geholt und in die Verantwortung genommen: «Durch die Einhaltung ihrer Kostenprognosen übernehmen sie im Kostenmanagement eine aktivere Rolle. Sie haben damit ein Interesse daran, ineffiziente Strukturen zu erkennen und medizinisch unnötige Leistungen zu vermeiden.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Kostenbremse-Initiative Gesundheitskosten
    5 Interaktionen
    Abstimmungen
    elisabeth baume-schneider
    113 Interaktionen
    Steigende Krankenkassenprämien
    Mitte
    119 Interaktionen
    Nein-Parole

    MEHR KOSTENBREMSE-INITIATIVE

    Diana Gutjahr
    172 Interaktionen
    Gastbeitrag
    schweizer radio und fernsehen
    14 Interaktionen
    Mitte-Präsident
    Flyer Nein Kostenbremse-Initiative
    28 Interaktionen
    Juni-Abstimmung
    Kostenbremse-Initiative Die Mitte Prämienexplosion
    10 Interaktionen
    Juni-Abstimmungen

    MEHR AUS STADT BERN

    2 Interaktionen
    Kritik am Bund
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern