KKJPD-Präsidentin: «Sind ein attraktives Ziel für hybride Angriffe»
Cyberangriffe und Spionage nehmen in der Schweiz laut der Präsidentin der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren stark zu.

Das Wichtigste in Kürze
- Cyberangriffe und Spionagefälle nehmen in der Schweiz stark zu.
- Besonders betroffen sind offenbar Forschung, Firmen und kritische Infrastruktur.
Cyberangriffe und Spionagevorfälle nehmen in der Schweiz laut Karin Kayser-Frutschi, Präsidentin der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, stark zu. «Das sind keine abstrakten Bedrohungen, sondern faktische Angriffe», sagte sie zur «NZZ».
Spionage richte sich insbesondere gegen Forschungsinstitutionen, innovative Unternehmen, kritische Infrastrukturen und staatliche Verwaltungen. Sie erfolge häufig digital über Cyberangriffe, aber auch durch klassische Auskundschaftung, etwa durch das Beobachten oder Fotografieren sensibler Anlagen.
«Als offene Gesellschaft sind wir ein attraktives Ziel für hybride Angriffe», sagte Kayser-Frutschi im am Dienstag erschienenen Interview mit der Zeitung. Zivile Sicherheitsorganisationen müssten sich dieser Gefahr stärker bewusst werden.
Armee kann Kantone nicht immer unterstützen
Die Armee könne die Kantone dabei nicht immer unterstützen, da sie sich stärker auf die Landesverteidigung konzentrieren müsse. Deshalb brauche es stärker spezialisierte Polizeikorps und mehr Zusammenarbeit zwischen den Kantonen.
«Es ist ineffizient, wenn in einem so kleinräumigen Land alle Polizeikorps alles abdecken wollen», bemerkte die KKJPD-Präsidentin. Sicherheit entstehe heute durch Kooperation und nicht durch kantonales «Silodenken».

Weiter sagte Kayser-Frutschi, die Schweiz sei für andere Länder ein Unsicherheitsfaktor. Man sei weder Teil der EU noch der Nato, befinde sich aber mitten in Europa.
Man müsse sich mehr bemühen und den Partnerländern zeigen, dass man wirkungsvoll mit ihnen zusammenarbeiten wolle. Deshalb erhalte die Schweiz heute teilweise nicht alle wichtigen Informationen, die die Kantonspolizeien benötigten, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen.







