KKJPD-Präsidentin: «Sind ein attraktives Ziel für hybride Angriffe»

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Cyberangriffe und Spionage nehmen in der Schweiz laut der Präsidentin der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren stark zu.

    Karin Kayser-Frutschi, Präsidentin der KKJPD, sprach im Interview mit der «NZZ» über die massive Zunahme von Cyberangriffen und Spionagevorfällen. (Archivbild)
    Karin Kayser-Frutschi, Präsidentin der KKJPD, sprach im Interview mit der «NZZ» über die massive Zunahme von Cyberangriffen und Spionagevorfällen. (Archivbild) - Keystone/JULIEN GRINDAT

    Das Wichtigste in Kürze

    • Cyberangriffe und Spionagefälle nehmen in der Schweiz stark zu.
    • Besonders betroffen sind offenbar Forschung, Firmen und kritische Infrastruktur.

    Cyberangriffe und Spionagevorfälle nehmen in der Schweiz laut Karin Kayser-Frutschi, Präsidentin der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, stark zu. «Das sind keine abstrakten Bedrohungen, sondern faktische Angriffe», sagte sie zur «NZZ».

    Spionage richte sich insbesondere gegen Forschungsinstitutionen, innovative Unternehmen, kritische Infrastrukturen und staatliche Verwaltungen. Sie erfolge häufig digital über Cyberangriffe, aber auch durch klassische Auskundschaftung, etwa durch das Beobachten oder Fotografieren sensibler Anlagen.

    Cyberangriffe und Spionage nehmen laut Behörden in der Schweiz zu. Fühlst du sich dadurch unsicherer?

    «Als offene Gesellschaft sind wir ein attraktives Ziel für hybride Angriffe», sagte Kayser-Frutschi im am Dienstag erschienenen Interview mit der Zeitung. Zivile Sicherheitsorganisationen müssten sich dieser Gefahr stärker bewusst werden.

    Armee kann Kantone nicht immer unterstützen

    Die Armee könne die Kantone dabei nicht immer unterstützen, da sie sich stärker auf die Landesverteidigung konzentrieren müsse. Deshalb brauche es stärker spezialisierte Polizeikorps und mehr Zusammenarbeit zwischen den Kantonen.

    «Es ist ineffizient, wenn in einem so kleinräumigen Land alle Polizeikorps alles abdecken wollen», bemerkte die KKJPD-Präsidentin. Sicherheit entstehe heute durch Kooperation und nicht durch kantonales «Silodenken».

    cyberkriminalität Coronavirus
    Cyberkriminalität ist auch in der Schweiz ein stark zunehmendes Problem. - Keystone

    Weiter sagte Kayser-Frutschi, die Schweiz sei für andere Länder ein Unsicherheitsfaktor. Man sei weder Teil der EU noch der Nato, befinde sich aber mitten in Europa.

    Man müsse sich mehr bemühen und den Partnerländern zeigen, dass man wirkungsvoll mit ihnen zusammenarbeiten wolle. Deshalb erhalte die Schweiz heute teilweise nicht alle wichtigen Informationen, die die Kantonspolizeien benötigten, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2435 (nicht angemeldet)

    Auch, weil wir ein softie Justizsystem mit lächerlichen Strafen haben und man vieles einfach laufen lässt.

    User #1023 (nicht angemeldet)

    Die will nur wieder mehr Personal anstellen dürfen.

    Weiterlesen

    Betrug Cyberkriminelle
    1 Interaktionen
    Betrug
    apple spyware
    10 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS STADT BERN

    YB
    Lunde-Kolumne
    Lukas Schnyder Airbnb
    Vorbild Zürich
    andrea bauer
    Apropos
    YB
    3 Interaktionen
    3:1 gegen Basel