Kampfjet-Debakel – Pfister: Geld wird für «30 F-35 reichen»
Verteidigungsminister Martin Pfister nimmt erstmals Stellung zum F-35-Debakel: Ein Fixpreis zu verlangen, sei «keine gute Idee» gewesen, räumt er ein.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Bundesrat verkaufte den F-35-Deal 2022 als Fixpreis-Deal für 6 Milliarden Franken.
- Die GPK stellte fest: Einen Fixpreis mit den USA gab es nie, die Kosten könnten steigen.
- Pfister nennt das einen Fehler, glaubt aber, das Geld reiche für 30 der 36 Jets.
Der F-35-Kauf bringt den Bundesrat weiterhin in Bedrängnis – die Kritik trifft derzeit vor allem Verteidigungsminister Martin Pfister. Im Interview mit «10 vor 10» hat er nun erstmals konkret dazu Stellung genommen. Doch alles der Reihe nach!
Der Bundesrat hatte den Kauf der 36 Kampfjets 2022 dem Parlament als Fixpreis-Deal für rund 6 Milliarden Franken verkauft. Ein Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zeigt jedoch, dass ein solcher Fixpreis mit den USA nie vereinbart worden war – die Beschaffung dürfte deutlich teurer werden, ein Nachtragskredit von 394 Millionen Franken ist bereits beantragt.
Zur Frage, ob man geglaubt oder gelogen habe, sagt Pfister im Gespräch mit SRF: Der GPK-Bericht stelle fest, dass man an den Fixpreis geglaubt und «einiges unternommen» habe, um ihn zu bestätigen. «Fest steht heute: Wir haben keinen Fixpreis, und das ist ein Problem», so der Bundesrat. Rückblickend sei es «keine gute Idee» gewesen, überhaupt einen Fixpreis zu verlangen.
«Ob das Budget für 30 Flugzeuge reicht, weiss man nicht genau»
Zu den Kosten der ersten Tranche sagt Pfister, diese seien bekannt – die weiteren Tranchen habe die US-Regierung mit dem Hersteller aber noch nicht verhandelt. Ob das Budget für alle 30 Flugzeuge reicht, wisse man deshalb nicht genau. «Aber wir gehen aufgrund von Berechnungen und von Gesprächen mit den Amerikanern davon aus, dass es für 30 Flugzeuge reichen wird», so Pfister.

Für Aufsehen hatte auch gesorgt, dass offenbar nur wenige Verantwortliche den Vertrag tatsächlich gelesen hatten. Pfister erklärt, er könne sich das nicht erklären, gehe aber davon aus, dass die wichtigsten Leute die wichtigsten Verträge gelesen hätten. Er selbst habe den Vertrag gelesen, benötige aber Unterstützung bei einzelnen Passagen: «Ein solcher amerikanischer Vertrag ist gar nicht so einfach zu verstehen, mit all den juristischen Hintergründen.»
Pfister hat sich mit seiner Vorgängerin ausgetauscht
Viola Amherd, unter deren Verantwortung als damalige VBS-Vorsteherin der F-35-Deal ausgehandelt wurde, hatte den Bundesrat laut GPK-Bericht erst spät über die Mehrkosten informiert und trat im Frühjahr 2025 von ihrem Amt zurück. Pfister sagt, er habe sich mit seiner Vorgängerin ausgetauscht, dabei aber keine neuen Erkenntnisse gewonnen.

Sein Fokus liege nun darauf, «die richtigen Lehren zu ziehen» und das Vertrauen ins VBS wiederherzustellen. Dafür habe er bereits zu Amtsbeginn eine eigene Abteilung geschaffen, die Grossprojekte eng begleitet, und setze konsequent auf Transparenz. Schlaflose Nächte habe ihm der F-35 zwar nicht bereitet, «aber ein paar kürzere schon».








