Blei-Gefahr: Bund lässt potenziell giftige Spielplätze untersuchen
Seit April gilt für belastete öffentliche Spielplätze eine Sanierungspflicht. Wie viele Anlagen betroffen sind, ist noch unklar.

Das Wichtigste in Kürze
- Auf Spielplätzen könnten Kinder mit belasteten Böden in Kontakt kommen.
- Besonders Blei gilt als riskant, weil es die Hirnentwicklung schädigen kann.
- Gemeinden müssen Verdachtsfälle nun prüfen und den Kantonen melden.
Auf Schweizer Spielplätzen könnten Kinder mit belasteten Böden in Kontakt kommen. Besonders problematisch ist Blei, das die Hirnentwicklung schädigen kann.
Wie viele Spielplätze betroffen sind, ist noch unklar. Gemeinden müssen nun Verdachtsfälle prüfen und den Kantonen melden, wie der «Blick» berichtet.
Seit April 2025 gilt für öffentliche Spielplätze eine Sanierungspflicht. Das Bundesamt für Umwelt zählte vor April rund 200 sanierungsbedürftige Kinderspielplätze auf ehemaligen Industrie-, Ablagerungs- oder Unfallstandorten.
Inzwischen könnten aber deutlich mehr Flächen betroffen sein.
Neue Risikofaktoren rücken Spielplätze in den Fokus
Grund sind neue Risikofaktoren. Früher wurde Asche aus Kohle- oder Holzheizungen oft in Gärten verteilt. So konnten sich Schwermetalle im Boden ansammeln. Auch teerhaltige Eisenbahnschwellen können Böden belasten.
Der Bund rechnet in den kommenden 35 Jahren mit Kosten von 1,1 bis 1,6 Milliarden Franken für Untersuchungen und Sanierungen.
Bei öffentlichen Spielplätzen übernimmt der Bund 60 Prozent der Kosten, bei privaten 40 Prozent. Private Eigentümer sind jedoch nicht zur Sanierung verpflichtet.
Viele Gemeinden kennen die Verdachtsflächen noch nicht
Bisher sind erst wenige Gesuche eingegangen. Laut Bafu liegt das auch daran, dass viele Gemeinden noch nicht wissen, wo Belastungen möglich sind.
Die Kantone sollen die Gemeinden nun auffordern, Listen ihrer öffentlichen Spielplätze zu erstellen. Danach entscheiden die Kantone, wo weitere Untersuchungen nötig sind.
Bei einer Prüfung wird zuerst mit einem Handbohrstock Boden entnommen. Muss saniert werden, werden meist die obersten 20 bis 30 Zentimeter Erde entfernt.
In Bern wird ein Spielplatz bereits saniert
Erste Fälle gibt es bereits in Reconvilier BE und in Bern. In Bern soll der Spielplatz Alte Gärtnerei saniert werden, weil dort Bleigrenzwerte überschritten wurden. Die Sanierung kostet rund 600’000 Franken.
Für Eltern bleibt vorerst unklar, welche Spielplätze betroffen sind. Neuere Anlagen aus den vergangenen 30 bis 40 Jahren gelten als weniger gefährdet.
Höher ist das Risiko auf früheren Industrieflächen oder in älteren Wohngebieten, in denen früher Asche ausgetragen wurde.











