Graubünden setzt nach Fehlabschüssen zwei neue Luchse im Kanton aus

Keystone-SDA
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Chur,

Eine Mehrheit des Bündner Parlaments hat sich für die Aussetzung von zwei Luchsen im Kanton ausgesprochen. Diese sollen drei während der Wolfsjagd 2024 fälschlicherweise abgeschossenen Luchse ersetzen.

Graubünden setzt nach der Beratung im Parlament zwei Luchse im Kanton aus. (Symbolbild)
Graubünden setzt nach der Beratung im Parlament zwei Luchse im Kanton aus. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA Zoo Wuppertal/CLAUDIA PHILIPP

Der Grund, warum das Bündner Parlament überhaupt darüber diskutierte, waren zwei Vorstösse aus den Reihen der Mitte und SVP. Mitte-Grossrat Gian Andris Derungs und SVP-Grossrat Walter Grass wollten verhindern, dass der Kanton neue Luchse ansiedelt. Sie liefen damit im Parlament allerdings auf. Der Rat stärkte der Regierung den Rücken. Er sprach sich beim Vorstoss von Derungs mit 70:41 Stimmen bei einer Enthaltung für die regierungsrätlichen Anträge und damit für die Aussetzung der Luchse aus – beim weitergehenden SVP-Auftrag mit 73:37 Stimmen.

Die Argumentation von Derungs verfing somit bei einer Mehrheit des Rates nicht. Er erklärte: «Seit Jahren kämpft Graubünden, unterstützt durch alle bürgerlichen Parteien in diesem Rat, für eine richtige Regulation von Grossraubtieren. Die Spannungen zwischen der Landwirtschaft und den Grossraubtieren sind bestens bekannt.» Nun aktiv neue Grossraubtiere auszusetzen, vermittle den Eindruck, dass die Sorgen nicht ernst genommen würden.

Doch in diesem Fall waren sich die bürgerlichen Parteien für einmal nicht einig. FDP-Grossrat Tarzisius Caviezel sprach sich wie die Mehrheit seiner Partei für die Aussetzung aus: «Es geht hier nur darum, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen und dadurch die Fehlabschüsse zu kompensieren.» Die Fehlabschüsse hätten national und international für grosses Aufsehen gesorgt. «Der Luchs gilt als sehr stark gefährdet. Der Schutz der Tierarten vor dem Aussterben ist eine gesetzliche Grundaufgabe». Ausserdem seien die Nutztierrisse nicht mit dem Wolf vergleichbar.

GLP-Grossrätin Géraldine Danuser beurteilte die Lage ähnlich: «Mir scheint, dass nun die Reaktionen auf diese Massnahme teilweise grösser sind als die Massnahme selbst.» Mit der Aussetzung werde die genetische Vielfalt der Luchspopulation gestärkt. «Eine genetisch gesunde Population liegt nicht nur im Interesse des Artenschutzes, sondern auch im Interesse eines funktionierenden Ökosystems.» Der Luchs trage dazu bei, Reh- und Gamsbestände zu regulieren und damit die natürliche Waldverjüngung zu unterstützen.

Der Kanton setzt nach dem Parlamentsentscheid nun wie geplant einen Luchs aus dem Jura und einen aus den Karpaten in Graubünden aus. Diese müssen aber zuerst in den genannten Regionen eingefangen werden.

Kommentare

User #1097 (nicht angemeldet)

Morgen will man die auch abschiessen?

User #5607 (nicht angemeldet)

Ein Wolf sieht aus wie ein Hund, ein Luchs sieht aus wie eine Katze. Wie zum kann man das so verwechseln, dass man fälschlicherweise das falsche Tier abschiesst? Was war da mit den Jägern los?

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