Kaspersky

Fall Kaspersky: Hat NDB Russen Geheimdaten geliefert?

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Bern,

Eine von Bundesrat Martin Pfister in Auftrag gegebene Administrativuntersuchung entlastet die ehemalige Cyber-Abteilung des Nachrichtendienstes weitgehend.

Bundesrat Martin Pfister
Eine von Bundesrat Martin Pfister in Auftrag gegebene Administrativuntersuchung entlastet die ehemalige Cyber-Abteilung des Nachrichtendienstes weitgehend. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Untersuchung entlastet die frühere Cyber-Abteilung des NDB weitgehend.
  • Ob sensible Daten an russische Geheimdienste gelangten, bleibt jedoch unklar.
  • Hinweise auf Datenlöschungen «im grossen Stil» gibt es laut VBS nicht.

Aus dem Schneider ist das frühere Ressort Cyber des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) noch nicht: Es ist weiterhin nicht klar, ob sensible Daten an russische Geheimdienste abgeflossen sind.

Der am Montag veröffentlichte Bericht zur im Sommer 2025 in Auftrag gegebenen Untersuchung hält zwar fest: Die Vorkommnisse im NDB seien «hinreichend geklärt». Aber: es gibt Vorbehalte.

«Gewisse Unsicherheiten verbleiben hinsichtlich der Verdachtsmomente bei der früheren Zusammenarbeit des Ressorts Cyber mit Kaspersky.» Das heisst es in der Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Viel mehr Konkretes zu den möglichen Datenabflüssen stand in der Zusammenfassung des Berichts und in der Mitteilung des VBS nicht.

Eugene Kaspersky
Eugene Kaspersky ist Gründer der gleichnamigen russischen Sicherheitsfirma. - keystone

Denn nach einer Anzeige der Aufsichtsbehörde ermittelt die Bundesanwaltschaft seit gut einem Jahr wegen Spionageverdachts. Sie klärt ab, ob klassifizierte Informationen systematisch mit der russischen Cybersicherheitsfirma Kaspersky geteilt wurden. Über diesen Weg könnten sie an russische Geheimdienste gelangt sein.

Keine Datenlöschungen «im grossen Stil»

Das VBS äusserte sich dazu nur knapp. Die Administrativuntersuchung habe über die bekannten Vorwürfe hinaus keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse ergeben. Auch belastbare Hinweise auf verbotenen politischen Nachrichtendienst gebe es nicht.

Und: Ehemaligen Mitarbeitenden des NDB wurden im Zusammenhang mit dem Fall Kaspersky auch Datenlöschungen «im grossen Stil» vorgeworfen. Dafür gebe es jedoch keine Hinweise.

Bist du zufrieden mit dem Resultat des Untersuchungsberichts?

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hatte den Fall vor gut einem Jahr aufgedeckt. Laut einem Geheimbericht hatten befreundete Dienste den NDB bereits 2021 vor möglichen Datenabflüssen gewarnt.

Daraufhin beauftragte Verteidigungsminister Martin Pfister das unabhängige und externe Anwaltsbüro Lenz & Staehelin mit der nun abgeschlossenen Untersuchung.

Die Vorkommnisse sollen sich zwischen 2015 und 2020 ereignet haben. Dazu gab es bereits zuvor eine ganze Reihe interner und externer Berichte. Die Empfehlungen daraus seien gemäss dem VBS «grundsätzlich umgesetzt». Das hat die neuste Untersuchung weiter ergeben, wie es am Montag vor den Medien in Bern weiter hiess.

Die Wichtigkeit der Transformation

Diese umgesetzten Empfehlungen stehen gemäss dem VBS auch im Zusammenhang mit der organisatorischen Neuaufstellung des Bereichs Cyber und des NDB. Diese Transformation soll Ende 2026 abgeschlossen sein.

Das Ziel sei die Schaffung eines schlankeren und effizienteren Dienstes mit geschärften Zuständigkeiten, Prozessen und Strukturen, schreibt das VBS.

Die unabhängige Aufsichtsbehörde des Nachrichtendienstes (AB-ND) hatte einst gravierende Mängel in der Personalverwaltung und -führung des NDB festgestellt.

Die jüngste Administrativuntersuchung bestätigte «gewisse Defizite in der Vertrauenskultur des NDB». Diese seien auf frühere Reorganisationen zurückzuführen. Gleichzeitig stellte sie dem VBS und dem NDB ein gutes Zeugnis aus.

Der NDB habe erhebliche Verbesserungen vorgenommen und nehme solche weiter vor. Dazu zähle ein neues Reglement, das Meldungen von vermutetem Fehlverhalten oder sicherheitsrelevanten Missständen regelt.

Kommentare

User #4433 (nicht angemeldet)

Da so vieles unklar bleibt, dann heisst das, dass viel Geheimes geliefert wurde.

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