AHV

    Doris Bianchi wird Chefin des Bundesamts für Sozialversicherungen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Doris Bianchi wird die neue Chefin des Bundesamt für Sozialversicherungen. Sie übernimmt das Amt nach der AHV-Kontroverse von Stéphane Rossini.

    Medienkonferenz mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und der neuen Direktorin des Bundesamts für Sozialversicherungen, Doris Bianchi.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Doris Bianchi übernimmt das Bundesamt für Sozialversicherungen.
    • Ihr Vorreiter, Stéphane Rossini, tritt nach einer Kontroverse um die AHV zurück.
    • Bianchi tritt das Amt im September an.

    Eine Frau führt künftig das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Der Bundesrat hat am Mittwoch Doris Bianchi zur neuen Direktorin ernannt.

    Sie folgt auf Stéphane Rossini. Der frühere Walliser SP-Nationalrat hatte bereits im Oktober angekündigt, das Bundesamt wegen der Kontroverse um die finanziellen Perspektiven der AHV zu verlassen.

    Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider informierte am Mittwoch an einer Medienkonferenz über die Personalie. Bianchi ist promovierte Juristin und ist seit 2020 Direktorin der Pensionskasse des Bundes Publica.

    Vorher Mitarbeiterin bei Berset

    Davor war die 50-Jährige während dreier Jahre persönliche Mitarbeiterin des damaligen Sozialministers Alain Berset. Von 2005 bis 2018 arbeitete Bianchi für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB).

    Bist du zufrieden mit Bianchi als Direktorin des BSV?

    In seiner Mitteilung zu der Ernennung schrieb der Bundesrat, Bianchi sei auch nebenamtlich im Bereich der Sozialversicherungen engagiert. Unter anderem war sie mehrere Jahre lang Mitglied der Eidgenössischen Kommission für die berufliche Vorsorge, der Eidgenössischen Kommission für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung und des Suva-Rats.

    Die Kontroverse um Bianchis Vorgänger

    Bianchi tritt ihr Amt laut Communiqué am 1. September an. Ihr Vorgänger Stéphane Rossini verlässt das BSV bereits Ende Juni. Sein Rücktritt steht im Zusammenhang mit der Diskussion zu überhöhten Zahlen bei der Berechnung der Finanzperspektiven der AHV.

    In den Unterlagen zur Abstimmung über die jüngste AHV-Revision und damit das höhere Frauenrentenalter im September 2022 wurde eine allzu pessimistische Prognose zur AHV-Finanzierung genannt.

    Diese stand auch im Abstimmungsbüchlein zur Abstimmung über die 13. AHV-Rente vom 3. März 2024.

    Im September des vergangenen Jahres korrigierte der Bund die anzunehmenden AHV-Ausgaben für das Jahr 2033 um 2,5 Milliarden Franken nach unten – auf 69 Milliarden Franken.

    AHV-Zahlen gingen vor Gericht

    Die falschen AHV-Zahlen hatten auch ein gerichtliches Nachspiel. Grüne und SP-Frauen verlangten deswegen vor Bundesgericht eine Annullierung der Abstimmung zum Frauenrentenalter.

    Das Gericht wies ihre Beschwerden im Dezember jedoch einstimmig ab. Die Rechtsfolgen einer Annullierung wären nicht absehbar, argumentierte es.

    Eine Administrativuntersuchung kam im Februar zum Schluss, dass weder Rossini noch andere Mitarbeitende des BSV ihre Sorgfaltspflicht verletzt hätten.

    Demnach enthielt das vom Bundesamt verwendete Berechnungsprogramm zwei Formeln, die mathematisch zu wenig abgestützt waren und langfristig zu unplausibel hohen Ausgaben führten. Einen eigentlichen Rechenfehler habe es jedoch nicht gegeben.

    Trotzdem gibt Rossini seinen Posten ab. In seinem Communiqué vom Mittwoch dankte der Bundesrat dem abtretenden BSV-Direktor denn auch ausdrücklich für seine engagierte Arbeit und sprach ihm seine Anerkennung aus.

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    Kommentare

    User #4557 (nicht angemeldet)

    Diese Zahlen waren eine bewusste Falschinformation um das Abstimmungsergebnis zu beeinflussen. Mein Vertrauen in diese Demokratie ist dahin!

    User #4788 (nicht angemeldet)

    Hoffentlich geht Frau Bianchi das Problem mit den AHV-Geldern, die in den USA deponiert sind, an. Mehr Zins ist nicht immer gut, manchmal bedeutet mehr Zins einfach mehr Unsicherheit.

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