«Damit Sorgfaltspflichten wirken, braucht es faire Preise»

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Bern,

Quote: Melanie Dürr, Leiterin Internationale Zusammenarbeit und Mitglied der Geschäftsleitung von Fairtrade Max Havelaar, kommentiert den Vorentwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung, kurz NUFG, wie folgt: «Verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten sind ein wichtiger Schritt, um den Schutz von Mensch und Umwelt entlang globaler Lieferketten zu stärken. Entscheidend ist dabei, dass neue Regeln nicht zu einer reinen Compliance-Übung werden, bei der Kosten und Verantwortung einfach an Produzentinnen und Produzenten sowie Kooperativen weitergereicht werden. Wer Risiken wie Armut, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung wirksam bekämpfen will, muss auch ihre strukturellen Ursachen angehen. Dazu gehören faire Preise, langfristige Handelsbeziehungen, existenzsichernde Einkommen und geteilte Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette. Nur so kann das neue Gesetz tatsächlich Wirkung entfalten.»

Melanie Dürr, Director of International Relations bei Fairtrade Max Havelaar (Credit: Fairtrade Max Havelaar)
Melanie Dürr, Director of International Relations bei Fairtrade Max Havelaar (Credit: Fairtrade Max Havelaar) - Keystone/Fairtrade Max Havelaar

Quote: Melanie Dürr, Leiterin Internationale Zusammenarbeit und Mitglied der Geschäftsleitung von Fairtrade Max Havelaar, kommentiert den Vorentwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung, kurz NUFG, wie folgt: «Verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten sind ein wichtiger Schritt, um den Schutz von Mensch und Umwelt entlang globaler Lieferketten zu stärken. Entscheidend ist dabei, dass neue Regeln nicht zu einer reinen Compliance-Übung werden, bei der Kosten und Verantwortung einfach an Produzentinnen und Produzenten sowie Kooperativen weitergereicht werden. Wer Risiken wie Armut, Kinderarbeit oder Umweltzerstörung wirksam bekämpfen will, muss auch ihre strukturellen Ursachen angehen. Dazu gehören faire Preise, langfristige Handelsbeziehungen, existenzsichernde Einkommen und geteilte Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette. Nur so kann das neue Gesetz tatsächlich Wirkung entfalten.»

Kontext: Fairtrade Max Havelaar unterstützt die Bemühungen des Bundesrates, verbindliche menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten gesetzlich zu verankern. Der Vorentwurf des Bundesgesetzes über die nachhaltige Unternehmensführung, kurz NUFG, orientiert sich an der EU-Sorgfaltspflichtenrichtlinie und soll den Schutz von Mensch und Umwelt verbessern, Rechtssicherheit schaffen und gleiche Wettbewerbsbedingungen fördern.

Aus Sicht von Fairtrade ist zentral, dass Unternehmen ihre Verantwortung nicht allein über formale Nachweise erfüllen. Gerade Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Kooperativen in globalen Lieferketten tragen bereits heute einen grossen Anteil an der Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen. Damit Sorgfaltspflichten vor Ort tatsächlich Verbesserungen bewirken, müssen Unternehmen die damit verbundenen Kosten fair mittragen und langfristige, stabile Handelsbeziehungen ermöglichen.

Fairtrade weist zudem darauf hin, dass sich Unternehmen nicht pauschal aus Hochrisikogebieten zurückziehen dürfen. Ein solcher Rückzug kann die Situation für Produzentinnen und Produzenten sowie Arbeiterinnen und Arbeiter zusätzlich verschärfen. Stattdessen braucht es Investitionen in Prävention, Klimaanpassung und Abhilfe sowie Einkaufspraktiken, die existenzsichernde Einkommen und Löhne ermöglichen.

Fairtrade Max Havelaar begrüsst den Vorentwurf grundsätzlich, bringt aber noch Ergänzungen ein, damit das NUFG nicht nur neue Pflichten schafft, sondern Menschenrechte und Umwelt entlang der Lieferketten wirksam schützt. Lesen Sie hier die ausführliche Stellungnahme von Fairtrade Max Havelaar: Link

Die Vernehmlassungsfrist für das NUFG endete am 9. Juli 2026.

Kontakt: Lukas Krebs, Leiter Kommunikation, Fairtrade Max Havelaar, [email protected]

Kommentare

User #3926 (nicht angemeldet)

Faire Preise 🤣😂😅 bei fairer Produktion von Gütern 😅🤣😂

User #3649 (nicht angemeldet)

Faire Preise kann man getrost vergessen, in einem System in dem der sogenannte Mittelstand kaum mehr überleben kann.

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