CVP Chef Gerhard Pfister kritisiert Religionsthesen der SP

Christof Vuille
Christof Vuille

Bern,

Rund ein halbes Jahr vor den Wahlen beschäftigt sich die Politik mit religiösen Fragen. Und diesmal geht es nicht bloss um den Islam.

Ada Marra SP
Ada Marra ist von der SP Waadt für den Ständerat nominiert. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • SP-Vize Ada Marra sagt, ein echter Christ könne nicht politisch rechts ticken.
  • CVP-Boss Gerhard Pfister bezeichnet diese Aussage als «intolerant und anmassend».
  • Überhaupt spielt die Religion im Wahljahr eine nicht unbedeutende Rolle.

Kirche und Staat sind in der Schweiz getrennt. Dennoch wird in beiden Institutionen über die jeweils andere diskutiert. So engagierten sich Kirchenvertreter etwa gegen No Billag oder für ökologische Anliegen.

Diese «Einmischung» wiederum bewegte bürgerliche Politiker wie Natalie Rickli und Roberto Martullo (SVP) zum Austritt aus der katholischen Körperschaft.

Gerhard Pfister, Parteipräsident der CVP.
Gerhard Pfister, Parteipräsident der CVP. - keystone

Ausgerechnet Gerhard Pfister, Präsident der christlichen Volkspartei, geht solches Engagement zu weit. Das sei «ein tiefer Rückfall ins Mittelalter», sagte er kürzlich in einem Interview.

Nun sorgen die SP-Politiker Cédric Wermuth, Tamara Funiciello und Ada Marra für weiteren Diskussionsstoff. Letztere ist Vizepräsidentin der Sozialdemokaten und findet: «Man kann nicht christlich und gleichzeitig rechts sein.»

CVP-Pfister: «Ideologisch anmassende Aussage»

Schliesslich habe Jesus nicht gepredigt, «dass du in erster Linie Geld machen und dabei deine Nächsten verrecken lassen sollst.» Diese provokative Aussage kommt beim Chef der CVP nicht gut an.

«Sie ist in höchstem Mass intolerant und ideologisch anmassend», sagt Pfister auf Anfrage. Weiter will er sich zu den linken Thesen über den christlichen Glauben nicht äussern.

Burka Verbot Schweiz Genf
Zwei verschleierte Frauen auf der Strasse in Genf. - Keystone

Sicher ist: Das Thema Religion dürfte die Schweiz auch in den nächsten Monaten beschäftigen. Die Initiative für ein Burkaverbot ist zustande gekommen. Sie wird wohl demnächst – zusammen mit dem indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats – wieder aufs Tapet kommen.

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