Aus für US-Päckli-Post sorgt für Wirbel

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Dass die Schweizerische Post keine Pakete mehr in die USA schickt, sorgt selbst dort für Aufmerksamkeit. Dabei sind wir nicht alleine.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Selbst in den USA sorgt der Paket-Stopp der Schweizerischen Post für Wirbel.
    • Dabei haben zahlreiche weitere Länder gleich entschieden.
    • Es werden drastische Konsequenzen befürchtet – sogar für die Olympischen Spiele 2028.

    Anfang Woche kündigte die Schweizerische Post an, ab sofort keine Pakete mehr in die USA zu verschicken. Denn man könne rein technisch die neu anfallenden US-Zölle gar nicht umsetzen. Ein Schritt, der nicht nur in der Schweiz für Irritationen sorgte.

    Viele Länder tun es der Schweiz gleich

    «Es wird schlimmer», schreibt zum Beispiel die Analystin Olga Nesterova in den Sozialen Medien. Jetzt auch noch die Schweiz – nachdem es bereits Grossbritannien, Frankreich, Litauen, Indien, Thailand, Südkorea, Singapur und Neuseeland getan hatten.

    Olga Nesterova
    Für Analystin Olga Nesterova wird es noch schlimmer, wenn auch die Schweiz die Paketsendungen in die USA einstellt. - Screenshot bsky.app

    Wobei auch diese Liste noch unvollständig ist: Auch unsere übrigen Nachbarländer, weitere europäische Staaten und Australien haben die Päckli-Post in die USA suspendiert. Andere Länder werden wohl noch folgen, selbst der Kurierdienst DHL liefert nicht mehr aus der EU in die USA. Denn für einmal liegt es nur indirekt an den rekordhohen US-Zöllen von 39 Prozent für die Schweiz.

    Temu im Visier, KMU getroffen

    Sondern, dass sich niemand mehr zu helfen weiss. Der Grund für das Chaos und die Verunsicherung: Donald Trump hat mit seiner Unterschrift den Freibetrag von aktuell 800 Dollar bei Postsendungen aufgehoben. Allerdings ohne zu sagen, wie, wann und wohin nun welche Gebühren gezahlt werden müssten.

    temu
    Temu und Shein erhöhen die Preise für US-Kunden. - Keystone

    Die Massnahme war ursprünglich als Gegensteuer zur Paketschwemme von chinesischen Online-Shops wie Temu gedacht. Doch dann beschloss Trump, dass dies doch einfach «für alles» gelten solle. Gemäss US-Zollbehörde gab es 2024 rund 1,36 Milliarden solcher zollbefreiten Pakete – dieses Jahr nun wohl etwas weniger.

    In Kommentaren werden drastische Konsequenzen für KMUs befürchtet, sowohl weltweit wie in den USA. Andere befürchten das Schlimmste fürs Weihnachtsgeschäft beziehungsweise die Bescherung unter dem Christbaum. Selbst die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles werden infrage gestellt.

    Ärger für die Schweiz – Ärger für Olympia?

    Denn es gibt zwar Ausnahmen von der Regel: Es dürfen noch persönliche Gegenstände und Geschenke zollfrei in die USA eingeführt werden. Sofern sie nicht mehr als 200 beziehungsweise 100 Dollar Wert haben. Wie also sollen Olympioniken ihre Ausrüstung ins Land bringen?

    LA28 Donald Trump Medaillen
    Präsident Donald Trump hört zu, während Casey Wasserman, Vorsitzender von LA28, ihm am 5. August 2025 einen vollständigen Satz Medaillen der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles überreicht. 2028 sollen die Olympischen Spiele erneut in Los Angeles stattfinden. - keystone

    Einige Zweckoptimisten weisen darauf hin, dass ja tagtäglich sehr viel Schrott in der Weltgeschichte herumgeschickt werde. Es könne nicht schaden, wenn das nun etwas weniger werde. Andererseits: «Wie verdammt schrecklich muss man sein, um die Schweizer zu verärgern, verdammt noch mal?»

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    Kommentare

    User #1917 (nicht angemeldet)

    Vielleicht wäre besser wenn die ganze Welt sich von den USA unabhängig macht. So lange Donny an der Macht ist.

    User #6984 (nicht angemeldet)

    Die USA hat den Kulturkrieg begonnen. Und dafür bin ich Trump sehr dankbar. Weiter 10 Jahre woke Politik im Westen wird uns noch weiter zurückwerfen. Deshalb glaube ich, dass die USA schlussendlich wieder prosperieren wird und Europa gleitet in ein neues dunkles Zeitalter. Ich bin dann jedenfalls längst weggezogen.

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