Amaudruz kontert Angriffen auf ihre Kandidatur
Medien thematisieren ihre Mandate vor dem Entscheid am 20. November. Amaudruz sagt, die Angriffe stärkten ihre Entschlossenheit.

Das Wichtigste in Kürze
- SVP-Bundesratskandidatin Céline Amaudruz gerät wegen ihrer Nebenmandate in die Kritik.
- Die Genferin hat vier ausserparlamentarische Mandate und sitzt in drei Verwaltungsräten.
- Amaudruz weist die Angriffe zurück und erhält Unterstützung von SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor.
Die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz sieht sich vor der Festlegung des Bundesratstickets ihrer Partei verstärkter Kritik ausgesetzt.
Thema waren unter anderem ihre ausserparlamentarischen Mandate. Laut Interessenregister verfügt sie über vier solche Mandate – damit liegt sie leicht über dem Durchschnitt aller Nationalratsmitglieder von 3,3. Allerdings unter demjenigen bürgerlicher Nationalratsmitglieder von 4,2 bezahlten Mandaten.
Amaudruz sitzt zudem in drei Verwaltungsräten, darunter beim Flughafen Genf, bei Groupe Minoteries und bei Infracrore. Damit liegt sie über dem Durchschnitt im Nationalrat.
Die Stiftung Ethos fordert die Abwahl von Amaudruz als Verwaltungsratspräsidentin der Groupe Minoteries. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, kritisiert Ethos-Direktor Vincent Kaufmann insbesondere die Zusammensetzung und die mangelnde Unabhängigkeit des Verwaltungsrats.
Im Gremium sitzt nur eine Frau, zwei Mitglieder gehören ihm seit über 20 Jahren an. Ethos vertritt die Interessen institutioneller Anleger und überprüft die Unternehmensführung.
Ein weiteres Problem sei laut Kaufmann das sogenannte Overboarding: «Frau Amaudruz hat deutlich zu viele Mandate.» Darum bezweifelt die Stiftung, dass sie für alle ihre Aufgaben genug Zeit hat.
Amaudruz weist Kritik zurück
Amaudruz selbst weist die Angriffe zurück und erklärt gegenüber RTS: «Diese Angriffe stärken meine Entschlossenheit und meine Kandidatur. Sie zeigen, dass ich mit Widerstand und persönlichen Angriffen umgehen kann.»
Unterstützung erhält sie vom Walliser SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor. Er bezeichnet Amaudruz als legitime und kompetente Kandidatin. Zudem kritisiert er eine aus seiner Sicht bestehende Herablassung gegenüber Westschweizern und anderen lateinischen Landesteilen.
Die Waadtländer GLP-Nationalrätin Céline Weber interpretiert die Angriffe dagegen als Zeichen einer Radikalisierung innerhalb der SVP. Sie kritisiert insbesondere den Umgang mit eigenen Parlamentariern und der Vizepräsidentin der Partei.
Das SVP-Ticket mit zwei oder drei Namen soll am 20. November festgelegt werden.











