Abstimmungskampf zum Ausstieg vom Atomausstieg hat begonnen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

Noch bevor der Nationalrat die Aufhebung des AKW-Neubauverbots definitiv verabschiedete, hat bereits der Abstimmungskampf zur Vorlage begonnen. Eine links-grüne Allianz mit Unterstützung von Teilen der Mitte-Partei wird den Ausstieg aus dem Atomausstieg bekämpfen.

Das Resultat der Schlussabstimmung im Nationalrat zeigt es: Die Aufhebung des AKW-Neubauverbots ist umstritten. Das Referendum dagegen gilt als sicher.
Das Resultat der Schlussabstimmung im Nationalrat zeigt es: Die Aufhebung des AKW-Neubauverbots ist umstritten. Das Referendum dagegen gilt als sicher. - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Eine bürgerliche Mehrheit von SVP, FDP und einzelnen Mitte-Mitgliedern missachte den vor Jahren getroffenen Volksentscheid zum Atomausstieg, machte SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer (ZH) geltend. «Die AKW-Lobby hält an einer Technologie des letzten Jahrhunderts fest.» Neue Atomkraftwerke seien zu gefährlich, zu teuer und kämen zu spät.

Laut der Grünen-Fraktionschefin Greta Gysin (TI) rüttelt der Parlamentsentscheid am Fundament der Energiewende. «Die Geschichte hat uns gelehrt: Atomkraft ist für die Menschen eine Nummer zu gross.» Stattdessen müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien mit voller Kraft vorangetrieben werden.

Auch GLP-Präsident Jürg Grossen (BE) zog eine «ernüchternde» energiepolitische Bilanz. Das Parlament sende ein falsches Signal. «Wer heute auf neue AKWs setzt, hat die energiepolitischen Realitäten verkannt.»

Als «nicht ausgewogen» bezeichnete Mitte-Sprecher Stefan Müller-Altermatt (SO) die Vorlage. Es sei nichts bekannt über die Finanzierung und Sicherheit neuer AKWs. «Ein Teil der Mitte-Fraktion ist der Meinung, dass das so nicht geht.»

Für die befürwortende Mehrheit hält die Aufhebung des Technologieverbots dagegen als alternativlos. «Langfristig braucht es einen Langzeitbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke – und wahrscheinlich auch neue KKWs», sagte Christian Imark (SVP/SO). Die Kerntechnologie sei eine gute Option zur Erreichung der Klimaziele.

Auch Damien Cottier (FDP/NE) warnte vor Denkverboten: «Wenn wir genügend Strom produzieren wollen in den nächsten Jahrzehnten und die Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir pragmatisch und realistisch bleiben.» Eine technologieneutrale Energiepolitik sei notwendig.

Kommentare

User #4839 (nicht angemeldet)

Ich bin für 30 neue Kohlekrsftwerke, natürlich ind gesund..

User #3874 (nicht angemeldet)

Lächeln und winken, Männer... lächeln und winken.

Weiterlesen

Hitze
24 Interaktionen
Heisse Zimmer
wm 2026
945 Interaktionen
Müller nach WM-Gala

MEHR AUS STADT BERN

Inselspital Bern
Todesfälle
3 Interaktionen
Lauterbrunnental
Fabian Ruch
13 Interaktionen
Fabian Ruch (48)