Am 21. und 22. April sollte eigentlich Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters in Polen auftreten. Doch jetzt gibt es Verwirrung um eine mögliche Absage.
Roger Waters
Es ist unklar ob Rogers Waters in Polen auftreten wird. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Um Roger Waters, Migründer von Pink Floyd, herrscht derzeit Verwirrung.
  • So ist es unklar, ob er in Polen auftreten wird oder nicht.

Tritt Roger Waters (79) im kommenden Jahr in Polen auf oder nicht? Derzeit herrscht Verwirrung um zwei geplante Konzerte in Krakau. Zunächst meldeten polnische Medien unter Berufung auf den örtlichen Veranstalter: Der Mitbegründer der Kultband Pink Floyd habe die Termine in dem osteuropäischen Land abgesagt.

Zumindest habe das der Manager von Waters beschlossen. Der vermutete Hintergrund: frühere Aussagen in Bezug auf den Ukraine-Krieg und der anschliessende Protest vieler Osteuropäer.

Alles Quatsch, schrieb Waters allerdings auf Facebook. Er habe überhaupt keine Konzerte abgesagt und wolle weiterhin dort spielen. Es sei jedoch so, dass ein Stadtrat in Krakau ihn zur «unerwünschten Person» erklären wollte.

Dieser habe die Bewohner der Stadt aufgerufen, Waters zu boykottieren und keine Tickets zu kaufen. Vielmehr sei es für ihn ein «trauriger Verlust», wenn die Konzerte abgesagt würden. Es handele sich um «eine drakonische Zensur» seiner Arbeit. Jedem einzelnen würde die Möglichkeit genommen, sich eine Meinung zu bilden.

Konzertdaten von der Homepage verschwunden

Verwirrung stiftet jedoch endgültig die Tatsache, dass die für den 21. und 22. April 2023 geplanten Konzerte in Polen auch von der offiziellen Homepage Waters verschwunden sind. Waters hatte in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN mit seinen Aussagen für grosse Empörung in der westlichen Staatengemeinschaft gesorgt.

So griff er unter anderem direkt den US-Präsidenten Joe Biden (79) an. Dieser würde seiner Meinung nach «das Feuer in der Ukraine schüren».

Das sei ein grosses Verbrechen. Die USA würde die Dauer des Krieges nur verlängern. Wenn Biden es wolle, wäre ein Krieg «morgen zu Ende».

Waters
Roger Waters bei seinem Auftritt im Letzigrund in Zürich im Jahr 2013. - Keystone

Ein Sturm der Entrüstung machte sich anschliessend vor allem in weiten Teilen Osteuropas breit, so auch in Polen. Waters würde Kreml-Propaganda verbreiten und nicht verstehen, dass Putin der alleinige Aggressor sei. In Russland sorgten die Aussagen des Musikers hingegen für Beifall.

So schrieb der Ex-Präsident und Putin-Vertraute Dmitri Medwedew (57) im Netzwerk VKontakte, es gäbe doch noch «gute Menschen im Westen». Seinen Post unterlegte er mit dem Klassiker «Wish You Were Here» aus der Feder Waters.

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