Die «Oper für alle» geht bei tropischen Temperaturen mit «Turandot» zu Ende. Das Event hat tausende Zuschauende angelockt.
Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper, begrüsst die Zuschauer auf dem Bebelplatz.
Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper, begrüsst die Zuschauer auf dem Bebelplatz. - Joerg Carstensen/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die «Oper für alle» ging am Sonntag zu Ende.
  • Am letzten Tag zählte die Staatsoper rund 22'000 Besucherinnen und Besucher.

«Turandot» bei tropischen Temperaturen, Sinfoniekonzert in der Mittagshitze. Die «Oper für alle» hat in Berlin Tausende Menschen angelockt. Dabei gibt es ein gefeiertes Wiedersehen. Das Spektakel «Oper für alle» hat am Wochenende zahlreiche Fans von klassischer Musik zur Berliner Staatsoper Unter den Linden gelockt.

Die Staatsoper zählte beim Opernabend mit Giacomo Puccinis letzter Oper «Turandot» insgesamt rund 22'000 Besucherinnen und Besucher. Auch zu hören war die vierte Sinfonie von Robert Schumann und die fünfte Sinfonie von Peter Tschaikowsky.

Bei den Konzerten am Sonntag auf dem Bebelplatz gab es zudem ein auch in der Mittagshitze begeistert gefeiertes Wiedersehen: Erstmals nach seinen krankheitsbedingten Absagen leitete Generalmusikdirektor Daniel Barenboim wieder die Staatskapelle, das Orchester der Staatsoper. Der 79-Jährige dirigierte dabei im Sitzen. Für die Ovationen bedankten sich Barenboim und Staatskapelle mit der Polonaise aus Tschaikowskys «Eugen Onegin».

Zubin Mehta für musikalische Leitung von «Turandot» gefeiert

Schon am Samstagabend war der Platz voller Menschen. Sie verfolgten als Liveübertragung die Premiere von «Turandot» unter der musikalischen Leitung von Zubin Mehta (86). Auch der in dieser Oper viel beschäftigte Chor wurde mit Ovationen bedacht, ebenso die Solo-Stimmen.

Die Titelrolle der männermordenden Prinzessin sang Elena Pankratova. Yusif Eyvazov als Calaf überzeugte nicht nur mit seiner Version von «Nessun dorma!», der bekanntesten Arie der Oper.

Philipp Stölzl inszenierte

Für Inszenierung und Bühnenbild war Philipp Stölzl verantwortlich, der für seine Interpretation auch Buhrufe hinnehmen musste. Er lässt den Abend zentral von einer riesigen Marionette begleiten. Deren Verfall vom Ebenbild der Prinzessin zum Monster lenkt allerdings häufig ab und stört in manchen Momenten sogar die Musik.

Der Regisseur («Nordwand», «Schachnovelle») hat auch schon den Rammstein-Song «Du hast» visualisiert und das «Stripped»-Video der Berliner Band realisiert. Letzteres war wegen Film-Material der Nazi-Regisseurin Leni Riefenstahl umstritten. In seiner «Turandot»-Version lässt er den Chor das diktatorische System ihres Vaters in beklemmenden Szenen feiern.

Die Veranstaltungen werden seit 2007 jeweils von Tausenden Gästen gefeiert. Nach den Corona-Jahren gab es diesmal keine beschränkte Platzkapazität und Kartenpflicht.

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