«The Hand of God»: Sorrentinos persönlichster Film

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    In seinem neuen Film erzählt Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino von einer Jugend im Neapel der 1980er Jahre.«The Hand of God» ist für den Europäischen Filmpreis nominiert.

    Vater und Sohn: Toni Servillo als Saverio Schisa (l) und Filippo Scotti als Fabietto. Foto: Gianni Fiorito/Netflix/dpa
    Vater und Sohn: Toni Servillo als Saverio Schisa (l) und Filippo Scotti als Fabietto. Foto: Gianni Fiorito/Netflix/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Als Diego Maradona zum SSC Neapel wechselte, elektrisierte das vor rund 40 Jahren vor allem die Fans des vom Abstieg bedrohten Fussballclubs.

    Einer von ihnen war der junge Paolo Sorrentino, der viel später mit seinem rauschhaften Drama «La Grande Bellezza – Die grosse Schönheit» einen Oscar gewann. Überhaupt ist Sorrentinos aktueller Film ein sehr persönlicher Film des italienischen Regisseurs: «The Hand of God» erzählt von einer Jugend im Neapel der 1980er Jahre.

    Eine Rückkehr nach Neapel

    «Die Hand Gottes», wie der Filmtitel angelehnt an Maradonas berühmten Spruch übersetzt heisst, fokussiert auf den jungen Fabietto und dessen Familie. Das Werk, für das Sorrentino in seine Heimatstadt Neapel zurückkehrte, nimmt die Perspektive des Teenagers ein und stellt die exzentrischen Familienmitglieder vor: die grimmige Oma, die selbst im Hochsommer einen Pelzmantel zur Schau trägt, die sexy Tante und Fabiettos Mutter, die anderen gern Streiche spielt. Toni Servillo, der schon mehrfach mit Sorrentino drehte, ist dabei als Vater des Teenagers zu sehen.

    Dass Maradona in dieser Zeit zum lokalen Fussballclub wechselt, spielt anfangs nur am Rande eine Rolle. Stattdessen steht mehr die ausgelassene Stimmung im Mittelpunkt und wie sich Fabietto durch die Stadt und den Sommer treiben lässt. Es geht um das Heranwachsen, das Finden des eigenen Weges und erste sexuelle Erfahrungen.

    Dann aber will Fabietto unbedingt ein Heimspiel mit Maradona sehen und fährt nicht mit seinen Eltern in die Berge - wo diese umkommen. Die Geschichte hat Parallelen zu Sorrentinos Leben: Der 51-Jährige verlor seine Eltern einst bei einem sehr ähnlichen Unglück. «The Hand of God» wird damit nicht nur zu einem nostalgischen Rückblick in eine längst vergangene Zeit, sondern auch eine Hommage an Sorrentinos Familie.

    The Hand of God, Italien, USA 2021, 130 Min., FSK o.A., von Paolo Sorrentino, mit Filippo Scotti, Toni Servillo, Teresa Saponangelo, Marlon Joubert

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