Romy Schneider erlangte mit der Rolle der Kaiserin Sissi internationale Berühmtheit. Ihre Tochter, Sarah Biasini, hat ein Buch über die Filmikone verfasst.
Die französische Schauspielerin Sarah Biasini (l.) hat ein Buch über ihre Mutter Romy Schneider geschrieben. Foto: Ursula Düren/ APF/dpa/AFP/dpa
Die französische Schauspielerin Sarah Biasini (l.) hat ein Buch über ihre Mutter Romy Schneider geschrieben. Foto: Ursula Düren/ APF/dpa/AFP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Filmikone Romy Schneider starb 1982 mit nur 43 Jahren.
  • Ihre Tochter Sahra Biasini hat nun ein Buch über ihre Mutter herausgebracht.

In Frankreich sorgte die Tochter von Romy Schneider mit ihrem ersten Buch für viel Aufmerksamkeit. Nun erscheint das Werk von Sarah Biasini auf Deutsch.

In «Die Schönheit des Himmels» gibt Sarah Biasini tiefe Einblicke in ihr Leben, ihre Kindheit und ihre Erinnerungen an Romy Schneider. Ihre Mutter ist 1982 im Alter von 43 Jahren gestorben. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Sarah Biasini über Sorgen, Ängste und Wünsche einer Mutter, die sie selber schmerzlich vermisst hat. Und darüber, wie sie es gelernt hat, mit dem Bild ihrer Mutter als Filmlegende umzugehen.

Sarah Biasini Romy Schneider
Sarah Biasini, die Tochter von Romy Schneider, hat ein Buch über ihre Mutter verfasst. - Keystone

Deutsche Presse-Agentur: Der Grund, warum Sie dieses Buch geschrieben haben, geht auf zwei Ereignisse zurück. Die Beschädigung des Grabes Ihrer Mutter Anfang Mai 2017 und ihre langersehnte Schwangerschaft wenige Wochen später. Sie deuten an, dass zwischen beiden eine Verbindung bestehen könnte. Glauben Sie an Zeichen aus dem Jenseits? 

Sarah Bisani: Man muss an die Toten nicht immer nur mit Trauer, Angst und schweren Herzens denken. Die Toten können uns Zeichen geben. Auf diese Weise an sie zu denken, ist leichter. Ich wollte die beiden Ereignisse miteinander verbinden, weil ich das auch romanhafter fand. 

In dem Buch gehen Sie den Erinnerungen an Ihre Mutter nach. Sie suchen sogar ehemalige Kollegen von ihr auf. Haben Sie dabei Neues oder Überraschendes entdeckt?  

Ich war keine fünf Jahre alt, als meine Mutter gestorben ist. Meine Erinnerungen an meine Mutter setzen sich vor allem aus Fotos zusammen, die meine Familie von ihr hat. Und aus den zahlreichen Briefen von ihr. Dass ich ihre ehemaligen Kollegen getroffen habe, glich eher einer unmöglichen Suche.

Denn sie hatten ja die Schauspielerin gekannt. Ich aber hatte Fragen, die sie als Frau und Mutter betrafen. Meine Mutter als Schauspielerin hat mich nicht interessiert, was nicht heisst, dass ich ihre Filme nicht gesehen habe. Sie war eine grosse Schauspielerin, aber mich interessierte meine Mutter. 

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Karlheinz Böhm und Romy Schneider im Film «Sissi: Die junge Kaiserin». - Keystone

Sie wurden bei Ihrem Vater Daniel Biasini und dessen Eltern gross und hatten eine glückliche Kindheit, wie Sie schreiben. Sind Sie durch das Buch Ihrer Mutter nähergekommen? 

Seltsamerweise leidet man nicht in den ersten Jahren am meisten, wenn man seine Mutter jung verliert. Meine Mutter begann mir später sehr zu fehlen, auf eine andere Weise. Als Komplizin. 

Ihre Mutter hatte ein angespanntes Verhältnis zu den Medien, die ihr Privatleben ausschlachteten. Wie sind sie damit umgegangen? 

Ich hatte ein Zuhause, das mich sehr beschützt hat. Das Bild, das die Medien von meiner Mutter hatten, hat mich nie interessiert. Ich wusste, dass es ein erfundenes war, auch meine Mutter hatte eines von sich geschaffen. Ich habe immer den Unterschied zwischen der Schauspielerin und meiner Mutter gemacht.

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Romy Schneider 1971 in Südfrankreich. - Keystone

In dem Buch schreiben Sie, dass es Sie schmerzt, wenn Leute im Gespräch mit ihnen statt «Ihre Mutter» ihren Vornamen nennen. Nennen Sie deshalb Ihre Mutter in dem Buch nicht bei ihrem Vornamen?  

Nur ich kann sie meine Mutter nennen. Ich werde mir das nicht vorenthalten. 

Sie haben zunächst Kunstgeschichte studiert, bevor Sie nach Los Angeles gingen und dort Schauspielunterricht nahmen. Hatten Sie keine Angst davor, in die Fussstapfen einer solch berühmten Mutter zu treten?

Das war verrückt von mir. Als ich sagte, ich wollte zur Schauspielerei wechseln, war ich etwas zu voreilig gewesen, etwas zu schnell. Ich war jung, Anfang zwanzig, aber ich bedauere es nicht. Aber mit etwas Abstand hätte ich vielleicht einige Dinge anders gemacht. 

Sarah Biasini wurde 1977 geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter wuchs sie bei ihrem Vater Daniel Biasini auf. Dieser war mit Romy Schneider von 1975 bis 1981 verheiratet.

Sie spielte in über 10 Film- und Fernsehproduktionen mit und stand in über 15 Theaterstücken auf der Bühne. Sarah Biasini ist mit dem Theaterregisseur Gil Lefeuvre verheiratet, der Vater ihrer im Februar 2018 geborenen Tochter Anna ist.

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