Von Ed Sheeran bis Phil Collins - Superstars sind im Juni auf Deutschlands Konzertbühnen unterwegs.
Ed Sheeran ist minimalistisch unterwegs. Foto: Greg Allen/PA Wire
Ed Sheeran ist minimalistisch unterwegs. Foto: Greg Allen/PA Wire - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Juni geben sich die Weltstars in Deutschland das Mikro in die Hand: Elton John, Rod Stewart und Mark Knopfler führen ihre Tourneen fort, andere starten sie.
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Darunter ein körperlich etwas angeschlagener Oscar-Gewinner und eine Diva mit unglaublich facettenreicher Stimme.

PHIL COLLINS kann man mit Fug und Recht als Musiklegende bezeichnen. Der Londoner verkaufte rund 100 Millionen Platten, landete unzählige Nummer-Eins-Hits und gewann sogar einen Oscar. Als Drummer und Sänger der Kultband Genesis steckt Collins hinter Songs wie «No Son Of Mine» oder «I Can't Dance», später brachte er solo Hits wie «In The Air Tonight» oder «You'll Be in My Heart» heraus, für den er 2000 den Oscar gewann. Eigentlich wollte sich der 68-Jährige von der Musik zurückziehen. Auf neue Songs habe er keine Lust mehr. Aber eine neue Tour kündigte der Weltstar dann doch an. Allerdings im Sitzen, weil sein rechter Fuss gelähmt ist. Schlagzeug kann er auch nicht mehr spielen, dies übernimmt sein Teenager-Sohn Nicholas. «Ich bin ausserordentlich stolz auf ihn, und ohne ihn würde ich nicht diese Konzerte geben.» Fans können Vater und Sohn in Stuttgart (5.6.), Berlin (7.6.), Hannover (14./15.6.), Köln (21./22.6.) und München (24.6.) sehen.

MARIAH CAREY gilt mit mehr als 200 Millionen verkauften Tonträgern als eine der erfolgreichsten Solokünstlerinnen der Welt. Schon mit ihrem Debütalbum gewann sie Anfang der 1990er Jahre zwei Grammys, mittlerweile kann sie ihre Preise kaum noch zählen. Für das Duett «When You Believe» mit Whitney Houston gab es 1999 etwa einen Oscar. Die 49-Jährige, die auch mehrere Filme drehte, ist bekannt für ihre fünf Oktaven umfassende Stimme und ihr oft divenhaftes Auftreten. Im vergangenen Jahr erklärte die zweifache Mutter, sie leide an einer bipolaren Störung, die starke Stimmungsschwankungen mit sich bringe. Mit ihrem 15. Studioalbum «Caution» ist Carey auf Welttournee. Ihren einzigen Deutschland-Auftritt gibt die Pop-Ikone, die im vergangenen Dezember mit ihrer Weihnachtstour in Berlin gastierte, am 2. Juni in Hamburg.

RAMMSTEIN sind zurück: Nach ihrem ersten Album nach zehn Jahren sind die Martial-Rocker um Sänger Till Lindemann erstmals in ihrer Karriere auf Stadiontour. Die Live-Show der Truppe ist stets perfekt inszeniert. Die Rocker provozieren nicht nur auf der Bühne, sondern auch musikalisch. In ihren Videos spielen sie immer wieder mit Nazi-Ästhetik und Zitaten von NS-Ikone Leni Riefenstahl. Den Vorwurf, am rechten Rand zu fischen, wiesen die Musiker mehrfach zurück. Auf ihrem neuen Album, das gleich einen neuen Startrekord aufstellte, werden Rammstein mehrfach politisch. Auf Tour spielen die sechs Rocker neben aktuellen Singles wie «Deutschland» und «Radio» sicher auch weltweit bekannte Klasiker wie «Engel» und «Du hast». Nach dem Auftakt in Gelsenkirchen sind Rammstein im Juni in München (8./9.6.), Dresden (12./13.6.), Rostock (16.6.) und Berlin (22.6.). Im Juli folgen Hannover und Frankfurt.

STATUS QUO sind vor ein paar Jahren eigentlich schon auf Abschiedstour gegangen, wie viele andere Rocker auch. Aber nun geht es auch bei den Briten weiter, zumindest für das einzig verbliebene Gründungsmitglied Francis Rossi. Der steht bei der Comeback-Tour unter anderem mit dem jungen Rhythmusgitarristen Richie Malone auf der Bühne und präsentiert dort Gute-Laune-Klassiker wie «Rockin All Over The World» oder «In the Army Now». Status Quo schwingen die E-Gitarren auf mehreren Festivals - und am 3. Juni in Berlin.

ED SHEERAN war längere Zeit auf Weltreise und legte dabei eine Social-Media-Pause ein. Mit «Divine» meldete er sich 2017 eindrucksvoll zurück. Seitdem ist der rothaarige Brite ständig auf Tour und hat dabei sogar Zeit gefunden, Songs für ein neues Album zu schreiben. Auf «No.6 Collaborations Project», das am 12. Juli erscheint, arbeitet Sheeran mit mehreren Künstlern zusammen. Das erste veröffentlichte Duett mit Justin Bieber, «I Don't Care», schoss in vielen Ländern an die Charts-Spitze. Auf seinen Konzerten präsentiert sich der 28-Jährige minimalistisch. Band und Background-Sängerinnen braucht er nicht. Sheeran reicht seine Gitarre und eine Loop-Station, auf der er vorab aufgenommene Tonspuren während der Songs abspielt. Dass der Funke auf das Publikum trotzdem schnell überspringt, erleben die Fans am 22. und 23. Juni am Hockenheimring. Im August gibt Sheeran zwei weitere Konzerte in Hannover.

Die Pop-Rocker von MAROON 5 landen seit über zehn Jahren regelmässig Radiohits, darunter «This Love», «Moves Like Jagger», «She Will Be Loved» oder «Girls Like You». In diesem Februar traten sie in der Halbzeit des Super Bowl auf. Doch nicht alle konnten mit der Show zur besten US-Sendezeit etwas anfangen, die Band um Adam Levine erntete teils deftige Kritik. Den Sänger liess das äusserlich kalt, er kommentierte lapidar: «Wir danken unseren Kritikern dafür, dass sie uns immer dazu drängen, es besser zu machen.» Ob das geklappt hat, können die Fans auf der aktuellen «Red Pill Blues Tour» begutachten. Die führt die US-Band am 3. Juni nach Köln.

VAN MORRISON ist fleissig. Die Rocklegende aus Nordirland hat in nur einem Jahr ganze vier Alben veröffentlicht. Auf seinem aktuellen Werk «The Prophet Speaks» erfindet sich Van Morrison zwar nicht neu, seine Mischung aus Jazz und Rhythm 'n' Blues macht aber nach wie vor Spass. Der 73-Jährige ging schon als Teenager mit seiner Band Them auf Tour, wenig später landete er mit «Brown Eyed Girl» seinen wohl bekanntesten Hit. 2015 wurde der Musiker, der auch immer wieder Ausflüge ins Country-Genre unternahm, von Queen Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Auf seiner aktuellen Tour macht der Sir am 12. Juni Halt in Berlin. Einen Tag zuvor gibt er ein Open-Air-Konzert im Stadtpark Hamburg.

TAKE THAT gelten als eine der erfolgreichsten Bands Grossbritanniens. Auf ihren Bühnen landeten in den 90ern Teddybären und Liebesbriefe. Dann stieg Robbie Williams aus, ein Jahr später kam die Trennung. Für viele Teenager ein Drama. Später gab es ein Comeback, Drogenprobleme, Konzerte, neue Abschiede. Mittlerweile sind die ergrauten Briten als Trio unterwegs und veröffentlichten 2017 ihr achtes Album «Wonderland». Vor wenigen Monaten brachten sie ihr eigenes Musical «The Band» nach Berlin, im Herbst folgt München. Take That sind also wieder da, zum 30-jährigen Jubiläum auch auf deutschen Bühnen. Die kreischenden Teeniefans von damals sind etwas gesetzter geworden, was auch die Fangeschenke andeuten. «Es waren einmal Teddybären, mir bringen sie mittlerweile Säcke voll Grünkohl oder Avocados, damit wir unterwegs gesund bleiben», sagte Sänger Gary Barlow kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Die Gruppe macht auf ihrer Tour in Düsseldorf (15.6.), Berlin (20.6.), Hamburg (24.6.) und Frankfurt (25.6.) Station.

LENA MEYER-LANDRUT wurde durch ihren ESC-Sieg mit «Satellite» 2010 auf einen Schlag bekannt. Danach ging es steil bergauf, vor zwei Jahren erlebte sie dann eine kreative Krise. Mehrmals verschob sie ihr Album und die dazugehörige Tour. Viele Fans waren enttäuscht, vor allem aber verständnisvoll. Auf «Only Love, L» singt die Hannoveranerin über Klatschmeldungen und ihr Liebes-Aus mit ihrem langjährigen Freund Max. «Ich habe natürlich tierisch Angst davor, so etwas zu veröffentlichen», erzählte Meyer-Landrut. «Auf der anderen Seite bin ich dankbar darüber, meine Gefühle und Gedanken in solchen Liedern verarbeiten zu können.» Ihre neue Platte, mit viel Pop, Jamaika-Sound und R&B-Einflüssen, stellt die 28-Jährige jetzt endlich auch live vor - in Leipzig (12.6.), Nürnberg (13.6.), Karlsruhe (14.6.), Bremen (16.6.), Köln (17.6.), Bielefeld (18.6.), Hannover (20.6.), Stuttgart (21.6.), München (24.6.), Ravensburg (25.6.), Dresden (27.6.) und Berlin (30.6.).

FLEETWOOD MAC hat sich in den 1960er Jahren als reine Bluesband gegründet, nach mehreren Wechseln in der Besetzung formierte sich die Gruppe aber zur international erfolgreichen Rock-Formation. Das Album «Rumours» (1978) gehört zu den meist verkauften Platten der Geschichte, Hits wie «Little Lies» und «Go Your Own Way» sind Klassiker. Mit erneut neu formierter Besetzung gibt die Gruppe nun wenige Konzerte in Europa. Neben Mick Fleetwood, John McVie, Stevie Nicks und Christine McVie sind die Neuzugänge Mike Campbell und Neil Finn dabei. «Mit ihnen werden wir alle Hits spielen, die die Fans so lieben, und sie mit einigen Stücken aus unserem historischen Song-Katalog überraschen», verspricht die Band in einer Mitteilung. Das einzige Deutschland-Konzert geben Fleetwood Mac am 6. Juni in Berlin.

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