AfD und CDU stimmen in Heidenau gegen neue Stolpersteine
Der Stadtrat von Heidenau hat beschlossen, keine neuen Stolpersteine zu verlegen. CDU und AfD stimmten gemeinsam für den Antrag.

Im sächsischen Heidenau nahe Dresden dürfen keine neuen Stolpersteine mehr verlegt werden. Der Stadtrat beschloss dies am Donnerstagabend mit 13 Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung, wie «ZDFheute» berichtet.
Der Antrag kam von Stadträten der AfD und CDU, gemeinsam mit dem «Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie». Er fordert, Stolpersteine «im öffentlichen Strassen- und Gehwegbereich» künftig abzulehnen.
Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Erinnerungsform als nicht angemessen, heisst es im Antrag. Das Gedenken solle stattdessen auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so dass ein direktes Betreten ausgeschlossen ist.
AfD und CDU einig, Verwaltung war dagegen
Die Stadtverwaltung hatte laut der «Zeit» in ihrer Bewertung empfohlen, die Vorlage abzulehnen. «Gerade die Präsenz im öffentlichen Raum ermöglicht eine breite Wahrnehmung und die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Geschichte», schrieb sie.
Auslöser der Debatte war ein Gesuch des Alternativen Kultur- und Bildungszentrums Sächsische Schweiz mit Sitz in Pirna. Es hatte im vergangenen Jahr die Verlegung weiterer Stolpersteine beantragt, wie die «Zeit» berichtet.
In Heidenau gibt es bisher Stolpersteine an zwei Standorten, darunter einen zur Erinnerung an den früheren Bürgermeister Paul Gröger. Die Steine existieren seit den 1990er-Jahren und sind mittlerweile in vielen europäischen Ländern verbreitet.
Auschwitz Komitee nennt CDU-Mitwirkung «Skandal»
Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, reagierte mit scharfer Kritik. Heubner nannte den Beschluss laut «ZDFheute» einen Versuch, die NS-Opfer aus der Stadt zu verdrängen.

Dass CDU-Abgeordnete der AfD «zu solchen Schäbigkeiten die Hand reichen», sei ein Skandal, so Heubner weiter. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes forderte die CDU-Stadträte laut «t-online» auf, ihre Beteiligung zurückzuziehen.
Die spendenfinanzierten Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von NS-Opfern verlegt. Auf einer Messingplatte sind Namen und Lebensdaten der Opfer eingraviert.
















