Rasmus Wallbridge – TV-Skandal erschüttert Dänemark
Rasmus Wallbridge wurde vier Monate für eine TV-Show getäuscht. Der Fall entfacht in Dänemark eine Debatte über Medienethik und Verantwortung.

Der dänische Komiker Rasmus Wallbridge steht im Mittelpunkt eines landesweiten Fernsehskandals. Der Sender TV 2 täuschte ihn monatelang mit einem erfundenen Spielfilmprojekt.
Was als Unterhaltung gedacht war, löste heftige Kritik aus Politik, Medienbranche und Öffentlichkeit aus. Inzwischen hat der Sender das umstrittene Format zurückgezogen.
Wallbridge glaubte vier Monate lang, an seinem ersten eigenen Spielfilm zu arbeiten. Für den Komiker sollte damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen.
150 Menschen täuschten Rasmus Wallbridge für TV-Show
Tatsächlich existierte das Filmprojekt nicht, sondern diente als Grundlage einer aufwendigen Fernsehtäuschung. Wie der «Deutschlandfunk Kultur» berichtet, waren rund 150 Menschen in die Aktion eingeweiht.
Darunter befanden sich Freunde, Bekannte, Kollegen und prominente Persönlichkeiten. Sie täuschten Wallbridge über die vermeintliche Filmproduktion und wirkten teilweise an heimlichen Aufnahmen mit.
Die sechsteilige Sendung trug den dänischen Titel «Alle elsker Rasmus». Produziert wurde das Format vom Fernsehsender TV 2 und im Oktober 2026 ausgestrahlt.
Komiker Rasmus Wallbridge erfährt im Kino von monatelanger Täuschung
In der letzten Folge wurde Wallbridge die Wahrheit offenbart. Wie die «Tagesschau» schreibt, erfuhr er in einem Kinosaal, dass sämtliche vermeintlichen Geschäftspartner eingeweihte Schauspieler waren.
Auch Besprechungen und andere Situationen waren mit versteckten Kameras aufgenommen worden. Die Reaktionen auf das Format fielen in Dänemark ausgesprochen kritisch aus.
Der Chefredaktor der Zeitung «Politiken» bezeichnete die Sendung laut der «Welt» als «Mobbing der übelsten Sorte». Weitere Kritiker sprachen von psychischer Gewalt und einer öffentlichen Demütigung.
TV 2 entschuldigt sich und zieht die Sendung zurück
Nach der zunehmenden Kritik entfernte TV 2 das Programm aus seiner Online-Mediathek. Der Sender entschuldigte sich öffentlich bei Wallbridge und räumte Fehler bei der Produktion ein.
Besonders umstritten ist die Frage nach der Zustimmung zur Veröffentlichung. Zwar hatte Wallbridge nach der Auflösung des Scherzes zunächst zugestimmt.
Allerdings bezweifeln Kritiker, dass er angesichts der vielen eingeweihten Personen tatsächlich frei entscheiden konnte. Wie der «Deutschlandfunk Kultur» berichtet, könnten auch mögliche berufliche Konsequenzen seine Entscheidung beeinflusst haben.
Kulturministerin fordert Aufklärung: TV 2 untersucht Skandal
Damit steht die Verantwortung des Senders gegenüber einem unfreiwillig zum Gegenstand einer Unterhaltungssendung gewordenen Menschen im Mittelpunkt. Auch die dänische Kulturministerin Zenia Stampe äusserte sich zu dem Fernsehskandal.
Der «Tagesschau» zufolge bezeichnete sie das Format als eindeutigen Fehler. TV 2 müsse offenlegen, wie sich vergleichbare Vorfälle künftig verhindern liessen.
Der Sender kündigte inzwischen eine interne Untersuchung an. Dabei sollen die Produktionsabläufe und redaktionellen Entscheidungen überprüft werden.
Rasmus Wallbridge fordert TV 2 zum Verzicht auf ähnliche Shows auf
Auch die öffentliche Entschuldigung änderte zunächst nichts an der anhaltenden Kritik. Wallbridge selbst meldete sich über Instagram zu Wort.
Er erklärte, dass er sich derzeit nicht an der öffentlichen Diskussion beteiligen könne. An TV 2 richtete er jedoch eine klare Aufforderung: Der Sender solle künftig auf vergleichbare Formate verzichten.

In Dänemark wird weiterhin über die Grenzen versteckter Kameras und den Schutz der Persönlichkeitsrechte diskutiert. Dabei geht es insbesondere um die Verantwortung von Fernsehsendern gegenüber Menschen, die unwissentlich Teil einer solchen Inszenierung werden.












