The Voice Kids

    Pädokrimineller entdeckt Opfer (13) bei «The Voice Kids»

    Luca Micheli
    Luca Micheli

    Deutschland,

    Ein 25-Jähriger wurde wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sein Opfer stammt aus einer Castingshow.

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    Eine Szene aus «The Voice Kids» 2024. - Sat.1 / Claudius Pflug

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jan T. erschlich sich das Vertrauen eines Teenager-Jungen nach dessen Teilnahme bei «The Voice Kids» 2024.
    • Der Mann zog in dessen Nähe und tarnte sich als Trikotsponsor von dessen Fussballmannschaft.
    • Nun wurde der 25-Jährige wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt.

    2024 begeisterte ein 13-Jähriger Jury und Publikum von «The Voice Kids».

    Unter den Zuschauenden befindet sich damals auch ein Mann namens Jan T. Den Auftritt des Buben in der Sat.1-Castingshow verfolgt er wie viele andere vom Bildschirm aus. Jedoch mit einem unfassbaren Hintergedanken.

    Nach der Ausstrahlung versucht der Pädokriminelle, sich dem Jungen, den er im TV gesehen hatte, anzunähern. Für den Teenager ist es der Beginn eines wahren Albtraums.

    Kürzlich stehen der inzwischen 15-Jährige und der zehn Jahre ältere wegen Vergewaltigung angeklagte Mann vor Gericht. Über den Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, berichtet nun die «Bild»-Zeitung.

    Mann war bereits verurteilt

    Vom Vater eines weiteren minderjährigen Opfers erfährt die Zeitung, welches Motiv Jan T. verfolgt haben soll. «Der pädophile Täter suchte unter erheblichem Aufwand die Nähe des Jungen, den er in der Castingshow gesehen hatte», berichtet der Mann.

    Konkret: «Er zog extra in dessen Nähe und erschlich sich als Trikotsponsor von dessen Fussballmannschaft sein Vertrauen.» Besonders schrecklich: Über die früheren Sexualstraftaten von Jan T. wusste der Fussballverein nicht Bescheid.

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    Die Coaches bei «The Voice Kids» 2024. - Seven.One / Claudius Pflug

    Im April 2024 wurde der Deutsche vom Amtsgericht Hagen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 14 Fällen sowie Besitzes von kinder- sowie jugendpornografischen Inhalten zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

    Jan T. erhielt unter anderem die Auflage für eine Therapie gegen seine Pädophilie – doch diese Massnahme ignorierte er weitgehend. Der junge Mann suchte sich stattdessen seine nächsten Opfer, zog von Westdeutschland nach Sachsen und gewann das Vertrauen der Jungs über Social Media.

    Sechs Jahre Haft

    Auch im Fall eines weiteren Jungen sah das Gericht die Vorwürfe nach der Beweisaufnahme als bestätigt an. Die anderen angeklagten Taten liessen sich nach Einschätzung von Richter Dr. Jörg Burmeister (53) hingegen nicht zweifelsfrei belegen.

    Am Dienstag wurde Jan T. wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dem Teenager-Jungen muss er Schmerzensgeld in Höhe von 12'500 Euro zahlen.

    Der Richter gab die Reuebekundung des Angeklagten in der Urteilsbegründung wieder: «Er wünscht sich, ein anderer Mensch zu sein. Er will nicht pädophil sein.»

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