Joachim Lottmann ist tot – Popliterat stirbt mit 70
Joachim Lottmann ist tot. Der deutsche Schriftsteller starb mit 70 Jahren in Wien an Krebs. Bis zuletzt schrieb er über seine Erkrankung.

Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist am Sonntag im Alter von 70 Jahren gestorben. Er starb in Wien an den Folgen einer Krebserkrankung, wie der «Deutschlandfunk Kultur» berichtet.
Lottmann hatte seine Erkrankung öffentlich gemacht und seine letzten Lebensmonate schriftlich dokumentiert. In seinem «Langweiligen Tagebuch» schilderte er seinen Gesundheitszustand und seine Gedanken über das Sterben.
Lottmann wurde 1956 in Hamburg geboren und wuchs später in Bayern auf. Nach seinem Studium der Theatergeschichte und Literaturwissenschaft arbeitete er als Schriftsteller, Journalist und Reporter.
Joachim Lottmann: Mehr als ein Dutzend Bücher geprägt von Popliteratur
Sein Debütroman «Mai, Juni, Juli» erschien 1987. Das Werk gilt als früher Beitrag zur deutschen Popliteratur, wie der «NDR» schreibt.
Lottmann verband persönliche Erlebnisse mit Beobachtungen über Gesellschaft, Medien und Kultur. Sein unverwechselbarer Schreibstil prägte seine Texte, in denen er häufig sich selbst und sein Umfeld thematisierte.
Im Laufe seiner Karriere schrieb Lottmann mehr als ein Dutzend Bücher. Darin setzte er sich wiederholt mit gesellschaftlichen Entwicklungen und dem deutschen Kulturbetrieb auseinander.
Joachim Lottmann schrieb bis zuletzt über seine Krebserkrankung
Von 2005 bis 2006 arbeitete er im Kulturressort des «Spiegel». 2010 erhielt er auf Vorschlag der Schriftstellerin Sibylle Berg den Wolfgang-Koeppen-Preis, wie der NDR berichtet.
Zu seinen bekannten Werken zählt auch der 2014 erschienene Roman «Endlich Kokain». Darin beschäftigte er sich erneut mit Personen und Mechanismen des Kulturbetriebs.
Seit Februar 2026 veröffentlichte Lottmann sein «Langweiliges Tagebuch» im Internet. Darin berichtete er über seine Krebserkrankung, medizinische Behandlungen und zunehmende Atemprobleme.
Joachim Lottmann dokumentierte seine letzten Tage öffentlich
In seinem letzten Tagebucheintrag am Freitag, dem 23. Oktober, schrieb er, dass er täglich mit seinem baldigen Tod rechne. Über seine gesundheitliche Situation und die medizinische Versorgung berichtete er ebenfalls, so der «Spiegel».
Sein offener Umgang mit dem Sterben brachte ihm erneut öffentliche Aufmerksamkeit und Kontakte zu früheren Weggefährten. Wenige Tage vor seinem Tod erhielt er auf einer Palliativstation Besuch von einem Journalisten.

Der «NDR» berichtet, dass Joachim Lottmann wenige Tage vor seinem Tod Besuch von einem Journalisten erhielt. Dabei habe der Schriftsteller bedauert, dass seine Zeit nun zu Ende gehe.












