Hayden Panettiere erklärte in Buch, warum sie Sorgerecht abgab
In ihren Memoiren beschrieb Hayden Panettiere im Detail, wie sie das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter an Ex Klitschko übergab.

Das Wichtigste in Kürze
- Hayden Panettiere gab einst das Sorgerecht ihrer gemeinsamen Tochter an Wladimir Klitschko ab.
- Die Schauspielerin erkannte, dass sie erst wieder Stabilität in ihr Leben bringen musste.
- Ihre Tochter wollte sie in Sicherheit aufwachsen lassen.
Drei Monate vor ihrem Tod blickte Hollywoodstar Hayden Panettiere (†36) in ihrer Biografie auf eine der schwierigsten Entscheidungen ihres Lebens zurück. Darin erklärt sie, weshalb sie das Sorgerecht für ihre inzwischen elfjährige Tochter Kaya an ihren ehemaligen Verlobten Wladimir Klitschko (50) übergab.
Klitschko selbst hat sich nie öffentlich dazu geäussert, wie er die damaligen Ereignisse wahrgenommen hat. Wenn er über die Mutter seiner Tochter sprach, fand er hingegen immer wertschätzende Worte. Dennoch zeichnet Panettieres Schilderung ein bedrückendes Bild.
Klitschko und Panettiere waren – mit Unterbrechungen – von 2009 bis 2018 liiert. 2014 wurde ihre gemeinsame Tochter Kaya geboren. Vor einer Woche wurde die Schauspielerin in einer Wohnanlage in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina tot entdeckt. Sie befand sich tausende Kilometer von ihrer Tochter entfernt.

Panettiere hatte einen Herzstillstand erlitten. Die alarmierten Rettungskräfte versuchten, die Schauspielerin wiederzubeleben – ohne Erfolg. Ein Gutachten soll nun klären, ob Drogen zu ihrem Tod beigetragen haben. Panettiere, die durch «Nashville» und «Heroes» bekannt wurde, hatte über Jahre mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Familienleben zwischen Kontinenten
In ihrem im Frühjahr veröffentlichten Buch «This Is Me: A Reckoning» gewährt sie Einblicke in jene Zeit, in der sie sich dazu entschloss, Kaya vollständig in die Obhut von Wladimir Klitschko zu geben.
Das war vor rund zehn Jahren. Panettiere befand sich damals in einer schweren Krise. Sie litt unter Depressionen, Angstzuständen und ihrer Abhängigkeit von Alkohol und hatte bereits mehrere Therapien hinter sich. Parallel dazu wurde die Beziehung zu Klitschko immer schwieriger.

Als Belastung nennt Panettiere unter anderem die grosse Distanz zwischen den USA und Europa. Nach Kayas Geburt versuchten die Eltern, ihr Familienleben über zwei Kontinente hinweg aufrechtzuerhalten. Während Hayden in Nashville arbeitete, lebte und trainierte Wladimir in Europa. Kaya verbrachte Zeit bei beiden Elternteilen und reiste entsprechend hin und her.
«Mache mir Sorgen um Kaya, wenn sie bei dir ist»
2017 flog Panettiere gemeinsam mit ihrem Vater nach Kiew, um Kaya zu besuchen. Dort soll Klitschko sie in einem Hotel zu einem persönlichen Gespräch gebeten haben. Panettiere erinnert sich in ihrem Buch daran, dass sie sofort eine ungewöhnliche Stimmung wahrgenommen habe. «Du verhältst dich komisch», sagte sie zu ihm.
Panettiere kannte Klitschko zu diesem Zeitpunkt bereits seit ihrem 19. Lebensjahr. Seine Körperhaltung und sein Schweigen hätten ihr signalisiert, dass etwas nicht stimmte. Dann habe er zu ihr gesagt: «Ich will dich nicht verletzen. Aber ich brauche dich, um diese Papiere zu unterschreiben.»
Kurz darauf legte Klitschko laut ihrer Darstellung mehrere Dokumente auf den Tisch. Die Unterlagen waren sowohl auf Englisch als auch auf Ukrainisch verfasst und betrafen das Sorgerecht.

«Willst du das Sorgerecht für Kaya einklagen?»
Klitschko habe daraufhin genickt. Seine Sorge formulierte er laut Panettiere so: «Ich mache mir Sorgen um Kaya, wenn sie bei dir ist.»
Die Worte lösten bei Hayden einen schweren inneren Konflikt aus. Sie betont in ihrer Biografie: «Für sie würde ich kämpfen, bis ich tot bin». Trotzdem begann sie, darüber nachzudenken, was für ihre Tochter wirklich das Beste sein könnte.
Zitternde Unterschrift
Später ging es um die konkrete Unterzeichnung der Dokumente. In einem Restaurant sass Panettiere neben ihrem Vater Skip (66). Klitschko war nicht dabei, stattdessen mehrere Männer, die Hayden zuvor noch nie gesehen hatte. Ihre ernsten Blicke hätten die Situation laut ihrer Schilderung beinahe unwirklich erscheinen lassen.
Panettiere griff nach dem Stift. Ihre Hände zitterten, weshalb sie ihn noch fester hielt. Ihr Körper sei vollkommen angespannt gewesen. Schliesslich hielt sie den Stift über die Stelle, an der ihre Unterschrift stehen sollte.
Panettiere hätte die Möglichkeit gehabt, sowohl in den USA als auch in der Ukraine juristisch gegen Klitschko vorzugehen. Ein solcher Schritt hätte allerdings einen langwierigen Rechtsstreit in zwei Ländern nach sich gezogen. Stattdessen richtete sie ihren Blick auf Kaya.
Begegnungen ohne Alltag
Für sie stand nun nicht mehr die Frage im Mittelpunkt, ob sie sich gegen ihren Partner durchsetzen konnte. Entscheidend war, dass die gemeinsame Tochter ein sicheres Leben führen sollte. «Ich konnte das meiner Kaya nicht antun», schreibt sie.
Damit entschied sie sich dafür, Klitschko das alleinige Sorgerecht zu überlassen. Panettiere bezeichnete diese Entscheidung als Ausdruck von Liebe. Gleichzeitig habe sie erkennen müssen, dass sie selbst zunächst wieder Stabilität in ihr eigenes Leben bringen musste.

Besonders schmerzhaft sei es gewesen, Kaya beim Aufwachsen hauptsächlich über Videoanrufe zu erleben. Begegnungen und Umarmungen habe es weiterhin gegeben. Was ihr jedoch fehlte, war Der gemeinsame Alltag mit ihrer Tochter.
Klitschko äusserte sich nicht
Wladimir Klitschko hat Panettieres Darstellung in der Biografie bis heute nicht öffentlich kommentiert. Seine eigene Perspektive auf die damaligen Ereignisse ist daher nicht bekannt. Ob sich das Gespräch in Kiew und die anschliessenden Szenen tatsächlich genau so abgespielt haben, lässt sich deshalb nicht bestätigen.
Über die Mutter seiner Tochter spricht Klitschko jedoch auch nach ihrem Tod mit grossem Respekt. Auf Instagram schrieb er: «Nichts wird die gemeinsame Zeit auslöschen, die wir miteinander verbracht haben, oder den Platz, den sie in unserem Leben hatte.»
Besonders wichtig sei ihm dabei die Erinnerung seiner Tochter an ihre Mutter: «Zu unserer Tochter Kaya werde ich immer mit Respekt über ihre Mutter sprechen und dafür sorgen, dass sie sich an den Menschen erinnert, Der sie war.»












