«Freak-Folk» war gestern: Devendra Banhart besingt «Ma»

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    USA,

    Die Songs von Devendra Banhart auf seinem zehnten Album sind ungewohnt zugänglich. Gewidmet sind sie den Müttern - deshalb trägt die Platte den schönen kurzen Titel «Ma».

    Devendra Banhart ist nicht mehr ganz so «weird». Foto: Lauren Dukoff/Warner/Nonesuch
    Devendra Banhart ist nicht mehr ganz so «weird». Foto: Lauren Dukoff/Warner/Nonesuch - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ob «Freak-Folk» oder «New Weird Americana» - Devendra Banhart wurde lange Zeit gern bei den spinnerten Singer-Songwritern einsortiert.

    Manche seiner Platten klangen ja auch reizvoll und wirr zugleich. Nun, mit 38, scheint er sich diszipliniert zu haben.

    Das heisst bei einem (nach wie vor) exzentrischen Typen wie Banhart natürlich nicht, dass seine Musik auf dem neuen, bereits zehnten Album «Ma» (Nonesuch/Warner) nun glattgebügelt oder langweilig klingen würde. Nur sind seine auf Folk, Pop und Latin basierenden Lieder eben jetzt durchgehend klar strukturiert, zugänglich und frei von Nervfaktoren wie früher so manches Mal.

    Und schön, teilweise herzzerreissend schön sind diese 13 Stücke. Beispielsweise der Closer «Will I See You Tonight?»: Banhart, ein gebürtiger Texaner mit venezolanischen Wurzeln, präsentiert den Track zusammen mit einer der Begründerinnen der «Freak-Folk»-Welle, der Britin Vashti Bunyan (74).

    Vom Auftakt «Is This Nice?» an verzaubert der US-Sänger und Gitarrist mit seiner sanften, charmant leiernden Stimme, federleichten Rhythmen (oft südamerikanischen Ursprungs) und den auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und sogar Japanisch gesungenen Rätsel-Lyrics. «Ma» folgt auf das 2016 veröffentlichte «Ape In Pink Marble», konzentriert sich auf autobiografische Skizzen und wendet sich ein Stück weit ab von den manchmal anstrengenden Experimenten früherer Werke.

    Die Arrangements sind luftig und farbenfroh, mit Streichern, Bläsern und diversen Keyboards. «'Ma' ist dem Dasein als Mutter gewidmet», sagt Banhart. Das kurze Wort eigne sich gut «für unsere erste Äusserung im Leben und den allerletzten Seufzer». Ein bisschen «freaky» ist dieser wunderbare Musiker also auch weiterhin.

    Konzerte 2020: 24.1. Berlin - Tempodrom, 26.1. Leipzig - Felsenkeller, 29.1. Köln - Carlswerk

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