Bei dieser Serie sind im Vorspann nahezu ausnahmslos weibliche Namen zu sehen. Kein Wunder: Schliesslich sind laut Skript fast alle Männer ausgestorben. Ausgerechnet ein Tagträumer ohne Plan überlebt.
Das Stadion in einer Szene aus «Y: The Last Man». Foto: Justin Peters/Disney+/dpa
Das Stadion in einer Szene aus «Y: The Last Man». Foto: Justin Peters/Disney+/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Wäre eine Welt ohne Männer ein besserer Ort? Ein Planet ohne Krieg, Gewalt, Ausbeutung und Unrecht? Ganz klar: Nein.

Das lässt sich aus der neuen Weltuntergangsserie «Y: The Last Man» auf Disney+ lernen.

Das Szenario: Aus heiterem Himmel stirbt jeder Mann und jedes männliche Säugetier auf der Erde - bricht zusammen, verreckt im eigenen Blut, das aus Nase, Mund und Augen nur so trieft.

Von Milliarden Männern bleibt nur ein einziger übrig: Yorick Brown. Er ist eigentlich ein Versager vor dem Herrn. Er ist einer, der seine Miete nie zahlen konnte. Einer, dessen Freundin den Heiratsantrag abgelehnt hat. Ein junger Lebenskünstler, der gern Magier wäre, aber seine Tricks nicht beherrscht. Warum ausgerechnet er? Keiner weiss es. Doch was schnell klar wird: Es gibt Kräfte, die seinen Tod wünschen.

Der New Yorker Yorick (Ben Schnetzer) und sein ebenfalls noch lebender treuer Begleiter, das Kapuzineraffen-Männchen Ampersand, werden gejagt. Wer steckt hinter der Gender-Apokalypse? Darüber rätselt in Washington zur selben Zeit auch Yoricks Mutter, die Kongress-Veteranin Jennifer Brown (Diane Lane), die angesichts vieler toter Männer in der Hierarchie zur Präsidentin aufrückt. Sie muss sich nicht nur mit der bedrohten Energieversorgung herumschlagen, sondern auch mit wütenden Verschwörungstheoretikerinnen.

«Y: The Last Man» fusst auf den gleichnamigen DC-Comics von Brian K. Vaughan und Pia Guerra. Seit 2002 sind 60 Hefte der Science-Fiction-Reihe erschienen. Die Verfilmung hält sich mit Tricktechnik auffällig zurück, hält dafür aber eine überzeugend entwickelte Storyline bereit, die den schrägen Plot gut aufbaut.

Bestechend ist auch die Mischung zwischen eher unbekannten Gesichtern wie Ben Schnetzer und Olivia Thirlby mit festen Hollywood-Grössen. Die 56 Jahre alte Diane Lane, Ex-Frau des Schauspielerkollegen Christopher Lambert, kann auf eine grosse Leinwand-Karriere zurückblicken. Unter anderem engagierte Francis Ford Coppola sie Anfang der 1980er Jahre für «Rumble Fish» und «Die Outsider».

Showrunner Eliza Clark sagte der Branchenzeitschrift «Variety», die Serie solle zeigen, was in Wellen passieren würde, wenn über Nacht alle Männer verschwänden. Sie habe bei den Recherchen überrascht festgestellt, dass viele für das Funktionieren einer Gesellschaft essenzielle Berufe auch in unserer Gegenwart noch Männerdomänen seien - vom Kraftwerkpersonal bis zum Fernfahrer: «Unsere ganze Wirtschaft ist etwa auf Lastwagen angewiesen. Jeder Lebensmittelmarkt braucht zwei Mal am Tag Ware. Ich glaube, gerade einmal fünf Prozent der amerikanischen Fernfahrer sind Frauen.» Clark zeigte sich auch überzeugt, dass eine rein weibliche Gesellschaft nicht gleich wäre. Dann würden etwa Wohlstand oder Hautfarbe zählen.

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