Berufung zugelassen: Fall Marius wird neu aufgerollt

    Luca Micheli
    Luca Micheli, Keystone-SDA

    Norwegen,

    Marius Borg Høiby hatte in drei Fällen Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das Berufungsgericht in Oslo wird diese nun überprüfen.

    Marius Borg Høiby
    Das Berufungsgericht Oslo überprüft drei Fälle, zu denen Marius Borg Høiby im Juni 2026 verurteilt wurde. - getty images

    Das Wichtigste in Kürze

    • Marius Borg Høiby wurde im Juni 2026 zu vier Jahren Haft verurteilt.
    • Nach dem Gerichtsentscheid legte er in drei Fällen Berufung ein.
    • Das Berufungsgericht in Oslo überprüft diese nun, ein Verhandlungstermin steht noch aus.

    Neue Entwicklungen im Fall Marius Borg Høiby (29): Das Berufungsgericht in Oslo gab am Mittwoch bekannt, sich der Berufung des Sohnes von Nowegens Königin Mette-Marit (53) anzunehmen.

    «Das Berufungsgericht wird umgehend mit den Vorbereitungen für das Verfahren beginnen», heisst es in einer Mitteilung. Ein Termin für die Berufungsverhandlung stehe bislang jedoch nicht fest.

    Høibys Verteidiger Petar Sekulic sagte dem Fernsehsender NRK, er habe die Entscheidung erwartet und sei zufrieden.

    Urteil noch nicht rechtskräftig

    Der 29-Jährige war am 15. Juni wegen Vergewaltigung in zwei Fällen, Misshandlung in engen Beziehungen, schwerer Körperverletzung sowie weiterer Straftaten, darunter Drohungen und Verkehrsdelikte, zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

    Nach dem Gerichtsurteil hatte Høiby Berufung gegen die beiden Vergewaltigungsurteile sowie gegen das Urteil in einem Fall von häuslicher Gewalt eingelegt. Nun überprüft das Berufungsgericht den Fall, womit das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

    Marius Borg Høiby
    Marius Borg Høiby mit seiner Mutter Mette-Marit im Juni 2016. - getty images

    Die erste Vergewaltigung bezieht sich auf einen Vorfall im Dezember 2018. Nach einer Weihnachtsparty in einem Club hatte Marius eine Frau zu sich auf den Gutshof Skaugum genommen. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, sie später im schlafähnlichen Zustand missbraucht und dabei fotografiert zu haben.

    Beim zweiten Fall im März 2024 spielten sich ähnliche Szenen ab. Damals begleitete Marius eine Frau nachhause in ihre Wohnung. Während sie schlief, nahm Marius sexuelle Handlungen an ihr vor. Videoaufnahmen sollen dies belegen. In beiden Fällen gab es jedoch keinen Geschlechtsverkehr.

    Marius Borg Høiby
    Der Fall Marius Borg Høiby beschäftigt die Öffentlichkeit seit über zwei Jahren. - getty images

    Das Urteil wegen häuslicher Gewalt betrifft seine frühere Beziehung zu Nora Haukland (29). 2022 und 2023 soll er seine damalige Freundin mehrfach misshandelt haben. Auch dieser Fall ist nun Teil der Berufungsverhandlung.

    Momentan befindet sich Høiby in Untersuchungshaft, diese verbringt er aber mit elektronischer Fussfessel im Zuhause der norwegischen Königsfamilie, Gut Skaugum. Nach dem Tod seines Zieh-Grossvaters, des norwegischen Königs Harald V., vor knapp zwei Wochen hatte er mehrfach Ausgang bekommen. Auch an dem Begräbnis des Monarchen am Mittwoch durfte er teilnehmen.

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