Aaron Dessner bastelt Ben Howard einen frischeren Sound

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    Grossbritannien,

    Wenn Aaron Dessner als Produzent etwas anfasst, wird es zu Gold: Was für Taylor Swift hundertprozentig gilt, trifft beim neuen Album des Briten Ben Howard zumindest teilweise zu.

    Ben Howard greift auf den Taylor-Swift-Produzenten Aaron Dessner zurück. Foto: Manuel De Almeida/LUSA/dpa
    Ben Howard greift auf den Taylor-Swift-Produzenten Aaron Dessner zurück. Foto: Manuel De Almeida/LUSA/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Als Singer-Songwriter mit einem Nummer-eins-Album in der britischen Heimat ist Ben Howard schon für sich genommen eine interessante Musiker-Persönlichkeit.

    Besondere Aufmerksamkeit erfährt sein viertes Album nun durch den Beipackzettel, die sogenannten Credits. Vor allem der Name des Produzenten von «Collections From The Whiteout» elektrisiert: Aaron Dessner.

    Dieser US-amerikanische Gitarrist der populären Kultband The National, Komponist und Studiotüftler gilt spätestens seit dem jüngsten Grammy-Erfolg seiner Zusammenarbeit mit Taylor Swift als König Midas des Indiepops - als Mann mit einem goldenen Händchen für einfallsreich arrangierte Folk- und Rocksongs. Und so hat nun auch der Londoner Ben Howard (33) auf Dessners geschmackssichere Sound-Ideen vertraut und seine sensiblen Gitarren-Lieder in ein frischeres, teilweise elektronischeres Ambiente verlegt.

    Zwar ist «Collections...» mit 55 Minuten Laufzeit zu lang geraten - auch die willkommenen Dessner-Impulse reichen nicht ganz aus, um alle 14 Stücke gleichermassen spannend zu machen. So mäandern etwa «Finders Keepers» oder «Unfurling» etwas ziellos vor sich hin. Insgesamt aber stimmt die Richtung bei Howard, der seit dem UK-Hit «I Forget Where We Were» von 2014 zu den Hoffnungsträgern der Songwriter-Szene zählt und auch in Deutschland zuletzt zweimal die Top-20 erreichte.

    Zurück zum Personal von «Collections...» mit weiteren reizvollen Namen - etwa Yussef Dayes, einer der besten jungen Drummer auf der Insel, Kate Stables (This Is The Kit) sowie Bandmusiker von Indie-Grössen wie Big Thief oder Bon Iver. Ben Howard hat die gute Vernetzung seines US-Produzenten also genutzt, um sich mit Leuten zu umgeben, die seinem eher traditionsbehafteten Liedgut neues Leben einhauchen.

    Das Ergebnis: ein schönes, wenn auch (trotz Dessner) nicht weltbewegendes Neo-Folk-Album - das hat ihm Taylor Swift mit «Folklore» und «Evermore» (2020) voraus.

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