Das 70. Internationale Filmfestival von San Sebastián ist am Freitagabend mit dem spanischen Gefängnisthriller «Modelo 77» eröffnet worden. Bis zum 24. September werden in San Sebastián insgesamt 200 Festivalbeiträge gezeigt. Es laufen auch mehrere Schweizer Produktionen.
Penelope Cruz
Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz am Filmfestival von San Sebastián - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der packende, hoch politische Thriller «Model 77» des spanischen Filmemachers Alberto Rodríguez läuft im offiziellen Wettbewerb ausser Konkurrenz.

Die Geschichte spielt in Spanien 1977. Das Land erlebt nach dem Ende der Franco-Diktatur einen der grössten Freiheitsmomente seiner Geschichte. In den Gefängnissen ist vom Übergang zur Demokratie jedoch nichts zu spüren. Es kommt zu Revolten und Aufständen.

Auf der Eröffnungsgala erhielt der Anfang des Jahres Oscar gekrönte «Drive my car» des Japaners Ryusuke Hamaguchi den FIPRESCI-Preis des internationalen Filmkritikerverbands als bester Film des Jahres. Die französische Schauspielerin Juliette Binoche und der kanadische Kultregisseur David Cronenberg werden mit den Ehrenpreisen für die Karrieren ausgezeichnet.

In San Sebastián werden zahlreiche weitere Stars wie Penelope Cruz, Olivia Wilde, Liam Neeson oder Diane Kruger erwartet. Neeson und Kruger stellen Neil Jordans neuen Detektivthriller «Marlowe» vor, mit dem das Filmfestival am 24. September beendet wird.

Bereits einen Tag später werden Neeson, Jordan und Kruger den Film dann am Zurich Film Festival (ZFF) vorstellen, das am kommenden Donnerstag beginnt. Das ist kein Zufall. Denn vor genau zehn Jahren schlossen das ZFF und San Sebastián ein für die Festivalbranche eher ungewöhnliches Kooperationsabkommen.

Jedes Jahr kämpfen Europas grosse Filmfestivals um Stars und Weltpremieren. San Sebastián und das ZFF haben im internationalen Konkurrenzkampf jedoch ein weiteres Problem: Sie sind nicht nur kleiner als Berlin, Cannes und Venedig. Sie finden auch erst später im Herbst statt - und zudem noch fast gleichzeitig. Nach dem Motto «Zusammen ist man stärker» schloss man deshalb ein Kooperationsabkommen.

Seither teilen sich San Sebastián und Zürich die kostspieligen Anreisen internationaler Stars, deren Filme auf beiden Festivals gezeigt werden. «Die Zusammenarbeit trägt aber auch dazu bei, dass das Schweizer Kino in Spanien und das spanische Kino in der Schweiz gefördert wird und auf den jeweiligen Festivals vertreten ist», erklärt San Sebastián-Direktor José Luis Rebordinos im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA.

So laufen in San Sebastián gleich mehrere Schweizer Produktionen. Das ZFF feiert das Kooperationsjubiläum sogar mit Spanien als diesjährigem Gastland. Bis zum 2. Oktober werden in Zürich in fast allen Sektionen insgesamt elf abendfüllende und fünf Kurzfilme junger Filmschaffender aus Spanien gezeigt.

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