«Aus Emotionen entstanden» – Piero Esteriore erklärt Crash-Fahrt
2007 raste Piero Esteriore wegen eines Zeitungsartikels mit einem Auto ins Ringier-Pressehaus. Der Eklat kostete dem Sänger zeitweise seine Karriere.
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Das Wichtigste in Kürze
- Piero Esteriore spricht nach knapp 20 Jahren über seine Fahrt ins Ringier-Pressehaus.
- Die Berichterstattung über seine Person sei «richtig heftig» gewesen.
- Nach dem Vorfall brach die Karriere des Sängers ein, Leute hätten Angst bekommen.
Am 4. Oktober 2007 knallte es plötzlich an der Dufourstrasse 23 mitten in Zürich. Ein schwarzer Mercedes krachte in den Eingang des Ringier-Pressehauses – hinter dem Steuer sass Piero Esteriore (48). Gefrustet von seiner medialen Darstellung wollte der Sänger Rache üben – doch das ging nach hinten los.
Der damals 30-Jährige hatte seine Glanzzeiten in der Musikbranche bereits hinter sich. Zwei Jahre zuvor schaffte es Esteriore letztmalig in die Schweizer Single-Charts. Trotz seiner Amokfahrt brachte ihm das wenige Tage später erschienene Album nur mässigen Erfolg ein.

Im Podcast «Flowcast» blickt er nun auf den Vorfall zurück – und widerspricht den Gerüchten um eine angebliche PR-Aktion. «Es ist aus Emotionen heraus entstanden», betont der heute 48-Jährige im Gespräch mit Flavio Camenzind. Grund für seine unstabile Gefühlslage gab sein Grossvater, «der wichtigste Mensch in meinem Leben», der kurz davor verstorben war.
Ein Artikel im «Blick», welcher zum Ringier-Konzern gehört, brachte das Fass schliesslich zum Überlaufen. In der Story zu seiner runden Geburtstagsfeier standen Sätze wie «alle singen, nur das Rindsfilet bleibt stumm» oder auch: «Was wirkt wie eine Mafia-Beerdigung, ist in Wirklichkeit die Geburtstagsfeier von Piero Esteriore.»
Karriere ging abwärts
Ein wunder Punkt für den Italo-Musiker, der seinen Emotionen freien Lauf liess. Heute erklärt er: «Wenn du so etwas liest, das ist heftig, das ist richtig heftig. Ich gebe zu, das hat mich gezeichnet, sicher lebenslänglich.»

Die Folgen: Verpasste Karrierechancen, eine ungewisse Zukunft. 17 Jahre lang sei er kaum noch im Radio gespielt worden, sagt der ehemalige «MusicStar»-Kandidat.
Türen seien zugegangen, niemand habe sich mehr getraut, mit ihm zu arbeiten. «Die Leute haben wirklich Angst bekommen und gedacht, ‹mit dem ist's gefährlich›.»
Depressionen und finanzielle Folgen
Auch um seine psychische Verfassung stand es offenbar immer schlechter. Esteriore spricht von Nervenzusammenbrüchen und Depressionen. Menschen hätten ihn auf offener Strasse angespuckt und sein Auto zerkratzt. Doch die finanziellen Blessuren bleiben bis heute.

«Ich schlage mich seit 20 Jahren mit Betreibungen (herum), seit dem Ringier-Crashfall. Logischerweise bin ich ins Schleudern gekommen.» Auf die Geschichte ist er alles andere als stolz, «aber sie ist passiert», so Esteriores Fazit. Allerdings stimme es Piero traurig, dass er sich mit dem denkwürdigen Eklat und nicht mit seiner Musik unsterblich gemacht habe.
Die letzten Jahre tourte der Sänger mit seinen drei Brüdern über Bühnen und TV-Shows. Nach seiner kürzlichen Trennung von den «Esteriore Brothers» konzentriert sich Piero nun auf seine Solo-Karriere. Ab dem 4. April geht er mit seiner Band in «Das Zelt» auf Tournee.












