Ringier

Für Ringier-CEO sind nur 3 Medienmarken digital fit fürs Überleben

Keystone-SDA
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Zürich,

Digital werden in der Schweiz nur drei Medienmarken ökonomisch überleben: Die «NZZ», der «Blick» und «20 Minuten». Dieser Meinung ist Ringier-CEO Marc Walder, wie er der «NZZ am Sonntag» sagte. Auch srf.ch. gehöre dazu, weil es subventioniert sei. Walder ist zudem überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Medienwelt umpflügen werde.

mark walder
Laut Ringier-CEO Marc Walder werden in Zukunft nur drei Medienmarken überleben. - keystone

Als digitale Geschäftsmodelle dürften Regionaltitel und Lokalpublikationen nicht aufrechtzuerhalten sein, glaubt Walder. Vielleicht werde es noch Nischenpublikationen geben, aber sie wären die Ausnahme. Der «Tages-Anzeiger» und Zeitungen von CH Media sieht der Ringier-Chef somit dem Untergang geweiht.

«Ein nüchterner, pragmatischer Blick auf die Medienindustrie» helfe bei der Evaluation der strategischen Entscheide. Digital würden nur zwei Modelle funktionieren, so Walder weiter: Grosse Reichweite – in der Schweiz also «20 Minuten» und «Blick» – oder hoch positionierte Nische – das wäre nzz.ch.

Gefragt, ob dies bedeute, dass die Medienbranche den gleichen Weg gehen werde, wie andere Branchen: Ikea oder Ligne Roset, McDonald’s oder Sterneküche, antwortet Walder: «Masse oder Spitze. Korrekt.»

Patrik Müller, der Chefredaktor der CH-Media-Zeitungen, widersprach Walder in einem Post auf Social Media. «Solche Untergangsprophezeiungen» habe man schon vor 15 Jahren hören können, sie hätten sich alle nicht erfüllt, schrieb Müller. Walder blende bei seinem «Abgesang auf Regionalmedien» entscheidende Faktoren aus.

Denn was vor einiger Zeit noch unrealistisch gewesen sei, ist gemäss Müller nun Tatsache: Es gebe Zeitungen, wie zum Beispiel jene von CH Media, denen es inzwischen gelingen würde, die Erosion im Print mit Digitalabos aufzufangen.

Im Interview mit Walder werde zudem die Bedeutung der regionalen Titel für die Demokratie auf Kantons- und Gemeindeebene nicht angesprochen, so Müller weiter. Eine direkte Demokratie ohne Journalismus, der alle drei Staatsebenen abdeckt, sei nicht vorstellbar. Deshalb werde es in der Politik auch langfristig eine Bereitschaft geben, unabhängigen Journalismus zu unterstützen.

In allen 15 Ländern, in denen Ringier tätig sei, wolle das Unternehmen herausfinden, wie der Newsroom der Zukunft aussieht, sagte Walder der «NZZ am Sonntag» weiter. Künstliche Intelligenz (KI oder AI) werde den Arbeitsablauf fundamental verändern. Aber um zu verstehen, was in Politik, Gesellschaft und Sport passiere, brauche es nach wie vor guten Journalismus. «Und dafür braucht es intelligente Menschen, die den Newsflow kuratieren», betont Walder.

Das Internet werde heute zugemüllt mit dem sogenannten AI-Slop oder AI-Trash. Auf den grossen Social-Media-Plattformen werde heute bereits fast die Hälfte des Inhaltes, der an einem normalen Tag hochgeladen werde, von künstlicher Intelligenz generiert.

«Wenn ich am Abend zum Relaxen durch meinen Instagram-Feed scrolle, kann ich nicht mehr unterscheiden, ob das Video echt ist oder nicht», klagt Walder. Das sei in erster Linie schlecht für alle Plattformen, weil die Erschöpfung der Menschen radikal zunehme. Es sei aber auch eine Chance für die Medienindustrie. «Vielleicht ist es gar die letzte Chance für guten Journalismus», resümiert der CEO von Ringier.

Kommentare

User #5037 (nicht angemeldet)

Wohlgemerkt, geschrieben steht digital Fit….bedeutet nicht unbedingt geistig Fit.😳

User #6113 (nicht angemeldet)

Hoffen wir mal das er weggefegt wird.

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