Kunst

Zürich: Audio-Tour wirft feministischen Blick auf Zürichs Kunst

Stadtpolizei Zürich
Stadtpolizei Zürich

Zürich,

Eine neue Audio-Tour führt in Zürich zu acht Kunstwerken im Stadtraum – und erzählt von den Frauen vor und hinter den Werken.

Zürich
Polizei Präsenz am Sechseläuten Umzug. - Stadt Zürich (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Die neue Audio-Tour «Wessen Blick, wessen Kunst?» erzählt von Kunstwerken im Zürcher Stadtraum – und von den Frauen vor und hinter den Werken. Sie fragt, wie Frauen dargestellt wurden, wer Kunst für den öffentlichen Raum schaffen konnte und wer ihn heute mitgestaltet.

Nackt, namenlos, ausgestellt: so steht «Die Schreitende», eine unbekleidete Bronzefigur aus dem Jahr 1946, auf der Aussentreppe des Opernhauses am Sechseläutenplatz. Modell dafür stand die Zürcherin Giuditta Tommasi. Sie arbeitete als Aktmodell, wurde später eine bekannte Rennreiterin und lebte offen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, als dies in Zürich alles andere als selbstverständlich war.

Während ihr junger Körper noch heute täglich von tausenden Blicken gestreift wird, ist ihre Geschichte fast vergessen. Hier setzt die neue Audio-Tour «Wessen Blick, wessen Kunst?» der Fachstelle Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) und des Frauenstadtrundgangs Zürich an.

«Kunst im öffentlichen Raum prägt, wie wir eine Stadt sehen und erleben. Mit dieser Audio-Tour machen wir Perspektiven hörbar, die lange zu wenig Beachtung fanden: die von Frauen auf die Stadt – und auf Frauen in der Stadt», sagt Stadträtin Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, zu dem auch die KiöR gehört. Die acht Stationen werden von Frauen mit unterschiedlichen fachlichen und persönlichen Perspektiven eingesprochen. Zu hören sind neben Stadträtin Simone Brander und der ehemaligen Stadtpräsidentin Corine Mauch auch Fachfrauen aus Kunst, Architektur und Stadtplanung.

Historische Schieflage

Wer wird dargestellt – und wer schafft die Kunst, die den öffentlichen Raum prägt? Die Tour nimmt beide Seiten in den Blick und fragt zugleich, welche Rolle Frauen heute bei der Gestaltung der Stadt spielen. «Die Schreitende» etwa wurde vom Schweizer Bildhauer Otto Charles Bänninger geschaffen – und steht damit exemplarisch für ein deutliches Ungleichgewicht.

Die meisten Statuen und Plastiken im Zürcher Stadtraum stammen von Männern. Im Bestand der KiöR sind nur rund 15 Prozent der Werke von Künstlerinnen. Diese Schieflage ist historisch gewachsen: Frauen hatten lange kaum Zugang zu Kunstausbildungen, künstlerischen Netzwerken und öffentlichen Aufträgen.

Stationen im gesamten Stadtraum

Die Stationen der neuen Audio-Tour liegen über das gesamte Zürcher Stadtgebiet verteilt, ein Einstieg ist überall möglich. Die Audio-Beiträge sind über die webbasierte App «Wonnder» auf allen gängigen Smartphones abrufbar. Eine Installation ist nicht nötig.

Der Einstieg erfolgt über QR-Codes direkt bei den Kunstwerken oder über die Website der KiöR. Screenreader-Kompatibilität, Transkripte sowie Inhalte auf Deutsch und Englisch ermöglichen einen möglichst barrierearmen Zugang zur Tour.

Weiterlesen

Natur
1 Interaktionen
Gemeinde

MEHR KUNST

Brupbacherplatz
105 Interaktionen
«Kunst?»

MEHR AUS STADT ZüRICH

de
6 Interaktionen
Rückkehr
Hund beisst Hundebiss
6 Interaktionen
Häufig Kinder
Zürich
2 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Zürich