Totenkopfäffchen sind oft die Attraktion in einem Zoo. Doch was macht diese Äffchen so bezaubernd?
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Ihren Namen verdanken die Totenkopfäffchen ihrer charakteristischen Gesichtszeichnung. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Totenkopfäffchen verdanken ihren besonderen Namen ihrer charakteristischen Gesichtszeichnung. Auch sonst zeichnen sie sich durch einige spezielle Eigenschaften aus. Sie lieben es, sich mit ihrem eigenen Urin zu parfümieren. Sie lassen sich von anderen Affen ans Futter lotsen. Und während die Männchen vor der Paarungszeit ganz fett werden, sind es innerhalb der Gruppe die kleineren Weibchen, die den Ton angeben.

Totenkopfaffen, vielen bekannt als die «Meerkatze» Herr Nilsson aus den Pippi-Langstrumpf-Filmen, sind soziale Tiere, die in Gruppen mit 35–65 Mitgliedern leben. Bei den Bolivianischen Totenkopfaffen bilden die Weibchen den Kern der Gruppe und sind dominant gegenüber den etwas grösseren Männchen. Diese leben meist in der Peripherie der Gruppe und schliessen sich nur zur Paarungszeit den Weibchen an. Während die Weibchen ein Leben lang in der Gruppe bleiben, verlassen junge Männchen ihre Geburtsgruppe im Alter von 4–5 Jahren und bilden Junggesellengruppen. Koalitionen von Männchen versuchen dann, sich gemischten Gruppen anzuschliessen. Diese Koalitionen wechseln alle 2–3 Jahre zwischen den Gruppen hin und her.

Nicht alle Totenkopfaffen leben jedoch so. Die insgesamt sieben Arten unterscheiden sich in ihrer Sozialstruktur. So gibt es auch Arten, in denen die Männchen in der Geburtsgruppe verbleiben und die Weibchen abwandern oder Arten, in denen die Männchen das dominante Geschlecht sind.

Multifunktionelles Urinwaschen

Untereinander verständigen sich Totenkopfaffen durch eine Vielzahl akustischer Laute sowie mit olfaktorischen Signalen. So urinieren sich die Tiere regelmässig auf die Hände und reiben sich damit die Fusssohlen und das Fell ein. Dieses Urinwaschen ist wahrscheinlich ein olfaktorisches Signal, um den sexuellen und sozialen Status jedes einzelnen Tieres anzuzeigen. Jedoch hat man auch beobachtet, dass sich Bolivianische Totenkopfaffen häufiger mit Urin einreiben, wenn die Temperaturen höher sind. Dies lässt auf einen zusätzlichen Kühleffekt des Urinwaschens schliessen.

Fette Männchen haben Vorteile

Vor der zwei Monaten dauernden Paarungszeit nehmen Männchen bis zu 20% ihres Körpergewichtes zu. Dies geschieht vor allem durch Wassereinlagerungen zwischen Haut und Muskeln und wird durch ein höheres Testosteronlevel ausgelöst. Das dominanteste Männchen wird dabei am dicksten und scheint die weniger dicken Männchen sexuell zu unterdrücken. Die Weibchen bevorzugen die dominanten Männchen.

Nach der Paarung bildet das männliche Sperma einen Pfropfen, um fremdem Sperma eine Befruchtung zu verunmöglichen. Dieser Pfropfen hält für mehrere Stunden nach der Paarung. Die Weibchen gebären nach 150–170 Tagen meist ein Jungtier, das sie zuerst auf dem Bauch, dann auch auf dem Rücken tragen. Neben der Mutter kümmern sich häufig auch andere Weibchen um die Jungtiere, wobei sie diese teilweise sogar säugen.

Mischgruppen mit Kapuzineraffen

Bolivianische Totenkopfaffen werden häufig in Gesellschaft von Kapuzineraffen beobachtet. In gewissen Gebieten verbringen sie bis zu 90% der Zeit in solchen gemischten Gruppen. Man geht davon aus, dass die Kapuzineraffen, die in viel kleineren Gruppen leben und auch kleinere Streifgebiete haben, ein besseres Wissen über die lokalen Fruchtbäume haben. Dieses Wissen nutzen die Totenkopfaffen, indem sie den Kapuzineraffen auf der Nahrungssuche folgen.

Totenkopfaffen decken ihren Proteinbedarf vor allem über Insekten, den Energiebedarf über Früchte. Den Grossteil der Futtersuche verwenden die Affen für das Aufspüren von Insekten. Die intelligenten Totenkopfaffen haben ihre Techniken dafür perfektioniert; zum Beispiel in der Art, wie sie Raupen fressen. Um sich der Gifthaare zu entledigen, rollen sie die Raupen solange herum, bis alle Haare abgestreift sind.

Totenkopfaffen im Zoo Zürich

Der Zoo Zürich beherbergt im Moment sechs Bolivianische Totenkopfaffen: drei Weibchen, ein Männchen, ein männliches Jungtier aus dem letzten Jahr und ein neues Jungtier aus dem März dieses Jahres. Da die Männchen in ihrer südamerikanischen Heimat regelmässig die Gruppe wechseln, versucht man auch in den Zoos, die Männchen regelmässig zu tauschen. Im Zoo Zürich wurden diese 2019 letztmals getauscht.

Im Zoo Zürich können die Gäste die Totenkopfäffchen auf der Affeninsel im Pantanal besuchen. Soweit es die Witterung zulässt, ist die Insel jeweils mittwochnachmittags und am Wochenende für die Besucherinnen und Besucher offen, sowie während der Stadtzürcher Schulferien täglich. Tagesaktuelle Infos zu den Öffnungszeiten gibt es auf zoo.ch/affeninsel. Aktuell ist aufgrund der Corona-Restriktionen zudem die Anzahl Personen auf der Insel limitiert.

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