PFAS in Zürcher Milch: Grüne Zürich mahnen Vorsorgeprinzip an

Grüne Kanton Zürich
Grüne Kanton Zürich

Zürich,

In Milchproben von Zürcher Bauernbetrieben sind erhöhte PFAS-Werte festgestellt worden. Die Grünen Kanton Zürich fordern verbindliche PFAS-Grenzwerte vom Bund.

Kuh Milch Feld
In über einem Zehntel der vom Kanton untersuchten Milchproben von Zürcher Bauernbetrieben lagen die PFAS-Werte über den von der EU empfohlenen Richtwerten. (Symbolbild) - Depositphotos

Die Grünen Kanton Zürich sind besorgt, dass in einem relevanten Anteil der durch den Kanton untersuchten Milchproben signifikante Rückstände von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) nachweisbar sind.

Die Schlussfolgerung der Zürcher Regierung, es bestehe «keine akute Gesundheitsgefährdung», greift zu kurz und blendet die langfristigen Risiken der sogenannten Ewigkeitschemikalien aus.

Über 10 Prozent der Milchproben betroffen

In über einem Zehntel der Milchproben von Zürcher Bauernbetrieben lagen die PFAS-Werte über den von der EU empfohlenen Richtwerten, wobei PFAS in vielen weiteren Proben nachgewiesen worden sind. Das weist auf ein strukturelles Umweltproblem hin.

PFAS sind extrem beständig und verbreiten sich über Böden, Wasser und Futtermittel – ihre Quellen liegen oft Generationen zurück und sind schwer zu beseitigen. Exemplarisch zeigt sich dies darin, dass in den Milchproben die bereits 2011 verbotene Substanz PFOS nachgewiesen wurde.

Die Grünen sind der Ansicht, dass das Verursacherprinzip hier konsequent anzuwenden ist: Wer PFAS in Umlauf gebracht hat, muss sich an den Kosten für Sanierung und künftiges Monitoring beteiligen.

Gesundheitsrisiken werden unterschätzt

Die Grünen kritisieren, dass die gesundheitlichen Risiken von PFAS in der Kommunikation der Regierung heruntergespielt werden.

«Wissenschaftliche Studien zeigen klar, dass PFAS mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung stehen», sagt Kantonsrat und Gesundheitsexperte Benjamin Walder. Dazu gehören verminderte Immunantworten auf Impfungen, Lebertoxizität, hormonelle Störungen, Entwicklungsbeeinträchtigungen oder erhöhte Cholesterinwerte. «Aufgrund der zunehmenden Umweltbelastung durch PFAS wird die gesundheitliche Relevanz dieser Stoffe weiter zunehmen», ist Walder überzeugt.

Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen wie Kinder, Schwangere und Säuglinge. Eine deutsche Studie zeigt, dass Milch und Käse gerade bei Kindern zu überhöhten Werten führen können. Verarbeitete Milchprodukte weisen aufgrund ihres höheren Fettgehalts oft höhere Belastungen auf als Rohmilch. Dies wird im Monitoring nicht berücksichtigt.

Für die Grünen ist klar: Das PFAS-Monitoring muss jetzt auf weitere Produkte ausgedehnt werden.

PFAS-Einträge reduzieren!

PFAS sind ein langfristiges Umwelt- und Gesundheitsproblem, das entschlossenes politisches Handeln erfordert. Die Grünen setzen sich dafür ein, dass der Schutz von Mensch und Umwelt endlich Vorrang vor kurzfristigen Interessen erhält.

Jetzt braucht es verbindliche PFAS-Grenzwerte vom Bund. Die Grünen werden sich aktiv für die Reduktion der PFAS-Einträge starkmachen. Ebenso wichtig ist, dass Lösungen für die betroffenen Landwirte gefunden werden.

Kommentare

User #2105 (nicht angemeldet)

Sofort Verbot von Milch!

User #2658 (nicht angemeldet)

Bald kommt die PFAS steuer und die PFAS Zertifikate welche durch die Grünen gehandelt werden

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