Die Gemeinde Stäfa hat in den vergangenen Jahr viel Geld angehäuft: Das liquide Vermögen soll an die Steuerzahlendenden zurückgehen - der Gemeinderat beantragt für 2022 deshalb eine markante Reduktion des Steuerfusses von heute 88 auf 80 Prozent.
Stäfa
Gemeinde Stäfa startet eine Gesundheitsumfrage. - Pixabay

Der Gemeinderat beschreibt es in seiner Mitteilung vom Freitag nüchtern: «Die Gemeinde steht finanziell robust da.» Er rechne mit einem «finanzpolitischen Spielraum von derzeit etwa 35 bis 40 Millionen Franken». Die vorgeschlagene Steuersenkung sei deshalb zwar numerisch wesentlich, aber doch kontrolliert und angemessen.

Die Finanzplanung zeigt gemäss Gemeinderat in den kommenden drei Jahren keine übermässig hohe Investitionstätigkeit. Sie geht mittelfristig auch von stabilen, moderat steigenden Steuererträgen aus. «Alle Indikatoren zeigen, dass die Coronavirus-Pandemie keinen signifikanten oder bleibenden Effekt hat.

Wie der Gemeinderat schreibt, sind im Budget - trotz der Senkung des Steuerfusses - keine Kürzungsmassnahmen enthalten: «Es sind alle Aufgaben reell, im benötigten Umfang und zuverlässig eingestellt.»

Das Stäfner Budget sieht bei einem Gesamtaufwand von 138,8 Millionen Franken ein Minus von 6,9 Millionen Franken vor. In den kantonalen Finanzausgleich dürfte die Gemeinde am Zürichsee mit 16,7 Millionen Franken deutlich mehr einzahlen als im laufenden Jahr.

Mit der Steuerfusssenkung würde Stäfa in die Top 10 der steuergünstigsten Zürcher Gemeinden vorstossen. Im Kanton geht der Trend ansonsten eher in Richtung von gleichbleibenden oder höheren Ansätzen. So haben in diesen Tagen etwa die Gemeinde Egg eine Erhöhung des Steuerfusses von 98 auf 104 Prozent, die Stadt Schlieren von 111 auf 116 Prozent und die Gemeinde Rüschlikon von 73 auf 75 Prozent angekündigt.

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