G4-Gemeinden stehen «voll und ganz» hinter KVA-Projekt
Die Präsidenten und Vizepräsidenten der G4-Gemeinden, darunter Zofingen, unterstützen die geplante Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Oftringen «voll und ganz».

Um sich über regionale Anliegen auszutauschen, treffen sich zweimal im Jahr die Gemeindepräsidien und Vizepräsidien der vier grössten Gemeinden des Bezirks – Aarburg, Rothrist, Oftringen und Zofingen (G4).
Wie die Stadt Zofingen mitteilt, hat das erste Treffen in der neuen Legislaturperiode am Donnerstag, 26. Februar 2026. in Zofingen stattgefunden.
Ein wichtiges Thema war unter anderem die geplante neue Kehrichtverwertungsanlage in Oftringen.
Zentrales Infrastrukturprojekt für die ganze Region
Die Vertreter der G4-Gemeinden betonen, dass die neue KVA weit mehr als eine reine Ersatzanlage für die Entsorgung von Hauskehricht ist. Vielmehr handelt es sich um ein zentrales Infrastrukturprojekt für die gesamte Region.
«Wir gestalten damit die Energiezukunft zugunsten von Bevölkerung, Wirtschaft und Gewerbe völlig neu», sagt André Kirchhofer, Stadtpräsident von Zofingen.
Durch den idealen Standort neben der ARA wird ein Teil der bei der Verbrennung anfallenden Energie direkt vor Ort für die Klärschlammentsorgung genutzt. «Dadurch hat Erzo-ARA einen gewichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen ARA, die nicht neben einer KVA stehen», argumentiert Markus Steiner, Gemeindepräsident von Oftringen.
Das Unternehmen verwertet bereits heute den Klärschlamm von benachbarten Kläranlagen, darunter der ARA Aarburg. Durch die geplante Klärschlammtrocknung können in der Zementindustrie, die das Trockengut als CO₂-neutralen Brennstoff abkauft, drei Millionen Liter Heizöl eingespart werden.
Fernwärmenetz profitiert von KVA-Ausbau
Die ARA bezieht auch günstigen Strom ab KVA, gleichzeitig reinigt die ARA das Abwasser der KVA. Daniela Weber, Gemeindepräsidentin von Rothrist, ist überzeugt: «Von diesen Synergien profitiert auch die Bevölkerung in Form von niedrigen Gebühren!»
Für die Region ist die KVA zudem ein wichtiger Lieferant von teilweise erneuerbarem Regionalstrom. Dieser trägt als Bandenergie wesentlich zur Stabilisierung des Stromnetzes bei. Durch den Ersatzbau wird die CO₂-arme Stromproduktion von heute 56’000 MWh/Jahr auf 100’000 MWh/Jahr erhöht, was dem Strombedarf von circa 30’000 Haushalten entspricht.
Durch den Ausbau der KVA kann zudem das bestehende Fernwärmenetz erweitert werden. Dieser Ausbau ist bis nach Rothrist, Strengelbach und Aarburg geplant.
Das Fernwärmenetz wird von der neu gegründeten Firma Fernwärme Unteres Wiggertal (FUWI) betrieben, an der die StWZ Energie AG und die Primeo Energie beteiligt sind. Beide Firmen betreiben bereits heute Fernwärmenetze in Zofingen und Oftringen.
Politische Unterstützung für KVA breit fundiert
«Für das lokale Gewerbe bedeutet das Projekt Stabilität und Perspektive», betont Hans-Ulrich Schär, Stadtpräsident von Aarburg. Eine funktionierende und effiziente Entsorgungs- und Energieinfrastruktur ist die Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche Entwicklung, Planungssicherheit und nachhaltige Arbeitsplätze in der Region.
Auch für die Bevölkerung bringt die neue KVA klare Vorteile, denn sie sorgt dafür, dass die Gebühren für die Abfallentsorgung und das Abwasser weiterhin niedrig bleiben.
Die politische Unterstützung für das Vorhaben ist breit abgestützt. Der Grosse Rat hat den Standort mit 131:0 Stimmen im Richtplan verankert – ein Signal und eine Erwartungshaltung über alle Parteigrenzen hinweg, dass dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur regionalen und kantonalen Infrastruktur leistet.
Die Präsidenten und Vizepräsidenten der G4-Gemeinden sind sich deshalb einig: «Wir stehen voll und ganz hinter dem Gesamtprojekt!»










