Mit der Pflegeinitiative der SP Wohlen AG soll mehr in die Ausbildung und in gerechte Arbeitslöhne der Pflegeberufe investiert werden.
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Pflegerinnen in einem Klinikum. - dpa/AFP/Archiv

Die gegenwärtige Situation zeigt wie wichtig die Medizinalberufe sind. Man könnte tausende Intensivbetten innerhalb weniger Tage neu einrichten. Wenn das Personal dazu jedoch fehlt, bringen auch die Intensivbetten leider wenig.

Ein kleines Zahlenbeispiel zeigt auf, wie angespannt die Situation rund um das Pflegepersonal ist. Zurzeit sind 11'000 Stellen in der Pflege unbesetzt. Bis Ende dieses Jahrzehnts wird die Schweiz weitere 70'000 neue Pflegende brauchen. Rund vier von zehn Pflegenden verlassen ihren Beruf frühzeitig. Irgendwie verständlich, wenn dieser systemrelevante Beruf so schlecht entlohnt wird, Dienst- und Arbeitspläne nicht eingehalten werden, sehr viel Überstunden gemacht werden müssen und es praktisch unmöglich ist, den Beruf mit dem Familienleben in den Einklang zu bringen.

Der Pflegeberuf muss mehr an Attraktivität gewinnen

Dieser Problematik würde die Annahme der Pflegeinitiative Abhilfe verschaffen. Der Bund und die Kantone sind durch ein Ja am 28. November 2021 angehalten, mehr in die Ausbildung zu investieren. Es sollen mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden und die Ausbildungslöhne sollen erhöht werden. Diese Massnahmen führen zu mehr Berufseinsteigern. Der Pflegeberuf muss zwingend attraktiver gemacht werden.

Eine familienfreundlichere Arbeitsstruktur muss angeboten werden

Damit das Pflegepersonal nicht frühzeitig aus dem Beruf aussteigt, brauchen die Schweiz verlässliche Dienst- und Arbeitspläne, familienfreundlichere Strukturen und berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch müssen die Löhne in die Höhe korrigiert werden. Das Pflegeperson soll ihrer Leistung nach entlohnt werden.

Das Klatschen auf den Balkonen während der ersten Welle der Pandemie war zwar eine schöne Geste, reicht aber leider nicht. Der Bund soll hier klare Regelungen treffen und gute Strukturen schaffen. Nur so kann garantiert werden, dass jeder bei einem möglichen Krankenhausbesuch, sicher jemanden hat, der sich um die Betroffenen kümmert und sie versorgt.

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