Die Stadtwerke Winterthur führen zum 1. Januar 2023 neue Stromprodukte ein, die die städtischen Energie- und Klimaziele konsequent aufnehmen und weiterführen.
Bahnhof Winterthur
Der Bahnhof Winterthur. - Wikimedia

Im November 2021 hat die Winterthurer Stimmbevölkerung mit deutlicher Mehrheit das Ziel netto null Tonnen CO2 bis 2040 beschlossen. Bereits zuvor hatte der Stadtrat im Energie- und Klimakonzept entschieden, lokalen Solarstrom weiter auszubauen.

Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und Elektrifizierung der Mobilität wird zu einem erhöhten Strombedarf führen, der mit erneuerbaren Energien gedeckt werden muss. Dass Stadtwerk Winterthur die Stromprodukte neu an diesen beiden zentralen energie- und klimapolitischen Zielen der Stadt Winterthur ausrichtet, ist ein konsequenter Schritt zur Unterstützung dieser Zielerreichung.

Netto null Tonnen CO2 mit «Klima Gold»

Neu wird es anstelle von vier nur noch drei Stromprodukte geben. Damit wird die Produktepalette schlanker und übersichtlicher. Bereits die Namen zeigen die neue Ausrichtung nach CO2-Werten: «Klima Gold», «Klima Silber» und «Klima Bronze».

Die drei Produkte bestehen aus erneuerbaren Energien und Strom aus der Winterthurer Kehrichtverwertungsanlage. Je hochwertiger das Produkt, desto geringer seine CO2-Emissionen. Kunden mit «Klima Gold» können zudem symbolisch wählen, aus welcher städtischen Photovoltaikanlage der Solarstrom stammen soll.

Damit unterstreichen sie ihr Bekenntnis zur Energiewende und zu lokalem Solarstrom. Dank der Abstufung der Produkte nach CO2-Ausstoss schafft Stadtwerk Winterthur für die Kundschaft auf transparente und einfache Art einen Anreiz, sich klimafreundlich zu verhalten.

Mit der Wahl des Stromprodukts kann die Kundschaft aktiv dazu beizutragen, die städtischen Energie- und Klimaziele zu erreichen. Das höchstwertige Produkt «Klima Gold» ist vollständig CO2-kompensiert und somit ein Netto-Null-CO2-Stromprodukt.

Zusammensetzung der neuen Stromprodukte

Im Gegensatz zum bestehenden Produkt «e-Strom.Gold», das vollständig aus regionalem Solarstrom besteht, setzt sich das neue höchstwertige Produkt «Klima Gold» zu rund zwei Dritteln aus Schweizer Wasserkraft und rund einem Drittel aus Solarstrom aus der Region Winterthur zusammen.

Mit diesem Mix trägt «Klima Gold» dem Umstand Rechnung, dass Photovoltaikanlagen ausschliesslich tagsüber und vor allem bei Sonnenschein Strom produzieren.

«Klima Silber» wird das neue Standardprodukt sein und damit «e-Strom.Bronze» ersetzen. Es besteht beinahe ausschliesslich aus Wasserkraft aus der Schweiz und der Europäischen Union (EU) sowie einem geringen Anteil Solarstrom aus der Region Winterthur.

Im Rahmen des vom Stadtrat angestrebten Zubaus von Photovoltaikanlagen wird der Anteil an lokalem Solarstrom im Produkt «Klima Silber» künftig laufend erhöht. Entsprechend wird auch die Nachfrage nach Photovoltaikstrom aus der Region Winterthur kontinuierlich gesteigert, da das Standardprodukt erfahrungsgemäss das häufigste Produkt ist.

Ausbau von Photovoltaik

Das Produkt «Klima Bronze» entspricht nahezu vollständig dem heute günstigsten Produkt «e-Strom.Weiss». Jeweils rund die Hälfte des Stroms stammt aus Wasserkraft aus der EU sowie aus der Winterthurer Kehrichtverwertungsanlage (KVA).

Erneuerbare Energien haben einen sehr tiefen, jedoch unvermeidbaren CO2-Fussabdruck. Der Zubau von Photovoltaik wird die CO2-Gesamtbilanz der Stadt Winterthur aber auch ohne CO2-Kompensation langfristig massgeblich verbessern, da mit dem zusätzlich produzierten Solarstrom die fossilen Energieträger in der Mobilität und Wärme ersetzt werden können.

Preiserhöhung im Jahr 2023

Die genaue Zusammensetzung der Stromprodukte kann je nach Nachfrage der Kundschaft und der Verfügbarkeit am Markt leicht variieren. Auf Basis der Stromtarife 2022 bewegen sich die beiden neuen Produkte «Klima Silber» und «Klima Bronze» auf dem Preisniveau von «e-Strom.Bronze» und «e-Strom.Weiss», während das höchstwertige Produkt «Klima Gold» im Vergleich zu «e-Strom.Gold» günstiger angeboten wird.

Da sich jedoch die europäischen Strompreise in den vergangenen Monaten unter anderem aufgrund des Ukrainekriegs massiv erhöht haben, wird der Stadtrat voraussichtlich gezwungen sein, die Strompreise 2023 gegenüber heute deutlich zu erhöhen.

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