Bund streicht wichtige regionale Verkehrsprojekte

Im Bundespaket «Verkehr 45» fehlen zentrale Ausbauten für Schiene und Strasse. Die Stadt Winterthur fordert vehement die Wiederaufnahme der Schlüsselprojekte.

Winterthur
Der Bahnhofsplatz der Stadt Winterthur. (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Der Sechsspurausbau der A1, die Haltestelle Grüze Nord und der Ausbau des Bahnhofs Oberwinterthur: Dringend nötige Infrastrukturprojekte in Winterthur drohen im bundesrätlichen Paket «Verkehr 45» wegzufallen. Wie die Stadt Winterthur berichtet, wäre der Schaden gross, nicht nur für Winterthur.

Die Stadt Winterthur setzt sich darum, im Einklang mit dem Kanton, für die Wiederaufnahme dieser Schlüsselprojekte in die Investitionsplanung des Bundes ein.

Als das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) im vergangenen Herbst den sogenannten Weidmann-Bericht vorstellte, war dies aus Winterthurer Sicht eine böse Überraschung: Gleich drei Infrastrukturprojekte, die für die Entwicklung Winterthurs von zentraler Bedeutung sind, wurden in Frage gestellt: die Haltestelle Grüze Nord, der Sechsspurausbau der Autobahn A1 und der Ausbau des Bahnhofs Oberwinterthur.

Am 19. Juni hat der Bundesrat die Vorlage «Verkehr 45» in die Vernehmlassung geschickt. Sie listet die priorisierten Ausbauvorhaben von Strasse, Schiene und Agglomerationsverkehr für den Zeitraum 2025–2045 auf. Und wiederum fehlen die wichtigen Winterthurer Projekte. Aus Sicht des Winterthurer Stadtrats bedeutet dies eine klare und fatale Fehleinschätzung, die dringend korrigiert gehört.

Essenziell für Stadtentwicklung – und fürs Gesamtverkehrssystem

Der Verzicht auf den Ausbau der A1 bei Töss ist nicht haltbar. Der ursprüngliche Weidmann-Bericht attestiert dem Vorhaben noch die zweithöchste Priorität. Die aktuelle Pannenstreifenumnutzung kann nur eine Zwischenlösung sein.

Zudem entsteht mit einer Tunnellösung die einmalige Chance, mit dem Masterplan Winterthur Süd ein neues Stadtquartier mit Schwerpunkt Arbeiten und Wohnen zu realisieren und die Töss freizulegen.

Nicht nachvollziehbar ist, dass die Haltestelle Grüze Nord in der Planung fehlt. Die nötigen Investitionen für die Umsetzung sind gering, da die dazu nötige Querung Grüze bereits erstellt wurde und Ende Jahr in Betrieb geht.

Grüze Nord stärkt das Bahnnetz

Das Potenzial des gesamten Bahnhofs Grüze, mitten im Zentrum eines dynamischen Entwicklungsgebiets, ist mit täglich über 12'000 Personen grösser als das verschiedener Kantonshauptorte. Entgegen den Aussagen des Weidmann-Berichts ist die Machbarkeit und Zweckmässigkeit der Haltestelle Grüze Nord durchaus vertieft abgeklärt worden und unbestritten.

Grüze Nord ist zudem, wie auch ein Ausbau des Bahnhofs Oberwinterthur, entscheidend, damit die bereits laufenden grossen Investitionen ins Bahnnetz (MehrSpur Zürich–Winterthur) ihre volle Wirkung entfalten können.

Aus all diesen Gründen wird sich der Winterthurer Stadtrat während der dreimonatigen Vernehmlassung und darüber hinaus mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass die zentralen Winterthurer Projekte wieder ins Investitionsprogramm des Bundes aufgenommen werden.

Vernehmlassung als wichtige Chance

Die Winterthurer Anliegen werden von ZVV und dem kantonalen Amt für Mobilität gestützt. Der Zürcher Regierungsrat bezeichnet Grüze Nord in seiner heutigen Medienmitteilung als «essenziell für die Verdichtung» und seinen Nutzen als «unbestritten», die Streichung des A1-Ausbaus als «nicht nachvollziehbar».

Auch Verbände, politische Parteien und weitere Akteure können sich in der dreimonatigen Vernehmlassung einbringen. Es ist wichtig aufzuzeigen, dass die Winterthurer Projekte einen hohen Mehrwert bringen – für das gesamte Verkehrssystem und für die Entwicklung ganzer Stadtteile.

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