Das Spiel zwischen FC Wil 1900 AG und FC Winterthur vom 9. Mai 2022 endete unentschieden mit 1:1.
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Zwei Fussballer kämpfen um den Ball. (Symbolbild) - pixabay

Was genau der Schiedsrichter gesehen hatte, als er in der 53. Minute Penalty für Winterthur pfiff, konnte sich auch am Folgetag dieses Derbys keiner der Bericht erstattenden Journalisten erklären.

War es der Mini-Rempler von Sauter an Manzambi, der in der Art zigfach in einem Spiel vorkommt und nicht regelwidrig sein darf? War es ein grobes Einsteigen von Muntwiler, der plötzlich Manzambi auf seinem Buckel wiederfand? Oder war es vielleicht einfach eine Fehlentscheidung?

Die Auflösung wird das Geheimnis des Schiri-Quartetts bleiben. Wie auch immer: Der FC Wil 1900 hat in diesem Derby den Winterthurern Paroli geboten und die Aufstiegssuppe ordentlich versalzen. Derbystimmung pur im Wiler Bergholz. 3180 Zuschauer fanden am sonnigen Montagabend den Weg ins Stadion und feuerten ihre Teams während 90 Minuten an.

Friedlich, was als ein Dankeschön an beide Fangruppierungen zu werten ist. Wil Coach Iacopetta bewies vor allem mit der einen Umstellung sein gutes taktisches Händchen: Er orderte Captain Muntwiler zurück in die Innenverteidiger-Position. Ein cleverer Schachzug darum, weil die Wiler in der Defensive weit weniger anfällig als viele Partien zuvor waren. Und weil sich Munti als Dreh- und Angelpunkt über viele Phasen des Spieles erwies.

Wiler Akteure zeigten sich sehr aufopferungsvoll

Die Wiler waren in Durchgang 1 die spielbestimmende Mannschaft. Auch wenn sich die Partie vor allem in der Verteidigung und im Mittelfeld abspielte und von der Offensive hüben wie drüben sehr wenig kam. So musste man 40 Minuten auf den ersten Wiler Torschuss warten, der im Grund gar keiner war. Zumberi zirkelte einen Wiler Freistoss aus halblinker Position perfekt in den Fünfmeter.

Lekaj kam noch vor dem einschussbereiten Silvio an den Ball, und köpfte das Leder ins eigene Tor. 1:0. Gross war der Jubel in den Wiler Reihen – ebenso gross der Frust beim ehemaligen Wil Coach Alex Frei, der drei Spiele zuvor sieglos war. Sollte diese Serie ausgerechnet an ehemaliger Wirkungsstätte weitergehen? Mit dem 1:0 ging es dann auch in die Pause – auch darum, weil Lukembila in der 45 Minute seinen Kopfball knapp übers Tor setzte.

Winterthur kam nach lediglich zehn Minuten Pause zurück aufs Spielfeld und demonstrierten damit Entschlossenheit pur, die sich vorerst in wenigem Zählbarem widerspiegelte. In der 52. Minute kam es dann zur erwähnt strittigen Entscheidung – zum notabene 16 Penalty für Winterthur in dieser Saison.

Alves verwandelte gekonnt und schickte Wiler Hüter Keller in die falsche Ecke. In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe und es war in keiner Phase sichtbar, wer nun genau der Aufstiegsaspirant war und wer den 8ten Platz in der Liga einnahm.

Erster Wiler Punktgewinn gegen Winterthur in dieser Saison

In der 71. Minuten stand wiederum der Unparteiische im Fokus. Ndau wurde nach einem Zweikampf mit Alves mit gelb-rot unter die Dusche geschickt. Sollten die beiden höchst fragwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen dieses packende Duell entscheiden? Nein, diesmal nicht.

Die Wiler Akteure zeigten sich sehr aufopferungsvoll und solidarisch. Die Winterthurer scheiterten mal für mal am eigenen Unvermögen, oft aber auch am hervorragend spielenden Keepers Keller. Und so kam der FC Wil 1900 zum ersten Punkt in dieser Saison gegen Winterthur und würde sich auf weitere solche Derbys in der kommenden Saison freuen.

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