Beim Wasserkraftwerk Herrentöbeli an der Thur will man Fische besser schützen. Dafür wird jetzt ein neuer Fischleitrechen eingebaut.
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Das Wasserkraftwerk Herrentöbeli an der Thur. - St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wasserkraftwerk Herrentöbeli an der Thur wird ökologisch saniert.
  • Gerade wird ein neuer Fischleitrechen installiert.
  • Durch ihn sollen Fische flussabwärts um das Kraftwerk herumgeführt werden.

Das Wasserkraftwerk Herrentöbeli an der Thur wird derzeit ökologisch saniert. Das dürfte auch die Fische freuen. Denn eingebaut wird auch ein neuer Fischleitrechen, der die Tiere flussabwärts um das Kraftwerk herumlotsen soll.

Das Fischleitrechen-Bypass-System diene als Pilot- und Demonstrationsanlage, teilte die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) am Donnerstag mit. Sie betreibt das Laufwasserkraftwerk Herrentöbeli, das in der Gemeinde Krummenau SG liegt. Starten soll die Testphase diesen Sommer.

Entwickelt wurde der neuartige Fischleichtrechen im Labor der Versuchsanstalt für Wasserbau an der ETH Zürich unter Leitung von Robert Boes. «Die zukünftigen hydraulischen und fischbiologischen Messungen am Kraftwerk werden zeigen, ob die guten Erfahrungen mit der Fischleitung unter Laborbedingungen auch auf die Bedingungen an diesem Kraftwerk übertragbar sind», sagte er gemäss der Mitteilung.

Fische erkennen Rechen als Hindernis

Das Prinzip des Leitrechens besteht darin, dass die Stäbe so gekrümmt sind, dass Druck- und Geschwindigkeitsunterschiede im Wasser erzeugt werden. Das nehmen die Fische als Hindernis wahr, sodass sie dem Rechen entlang schwimmen und in das Bypass-System gelangen, durch das sie das Kraftwerk sicher passieren können.

Gleichzeitig solle der Rechen Fliessverlust für Kraftwerke so gering wie möglich halten, um die Leistung nicht zu beeinträchtigen, hält die SAK fest.

Wird sich das System bei den Tests als erfolgreich erweisen, «käme es auch für den Fischschutz an vielen weiteren - auch grossen Wasserkraftwerken - in der Schweiz und im Ausland in Frage», sagte ETH-Professor Boes.

Das Herrentöbeli zählt mit seiner Leistung von 0,84 Megawatt zu den Kleinwasserkraftwerken. Es versorgt rund 750 Haushalte mit Strom.

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