Für die Friedhofsanierung in Wetzikon hat der Stadtrat einen Kredit von 5'945'000 Franken bewilligt. Das Parlament und die Stimmbürger müssen noch zustimmen.
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Finanzen (Symbolbild). - Keystone

Der Friedhof Wetzikon wurde in den Jahren 1935 und 1936 erbaut und 1965 mit der neuen Leichenhalle und dem Ökonomiegebäude ergänzt. Seit dann wurden keine grösseren Sanierungen durchgeführt. Die Gebäude sind alt, weisen grossen Sanierungsbedarf auf und entsprechen nicht mehr den heutigen energietechnischen Anforderungen.

Der Stadtrat hat den Baukredit von 5'945'000 Franken zuhanden des Parlaments bewilligt. Ein erheblicher Teil der Kosten wird für die Sanierung der Umgebung (rund 40 Prozent) und für die Erstellung der neuen Gebäude (rund 50 Prozent) aufgewendet. Der restliche Betrag bezieht sich auf die zusätzliche Grundstückfläche, die Baubegleitung und Unvorhergesehenes.

Bereits vor neun Jahren wurde ein Grobkonzept zur Sanierung der Friedhofsanlage ausgearbeitet. Aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt Wetzikon entschied der damalige Gemeinderat mit Beschluss vom 11. März 2012 die geplanten Projektierungsarbeiten zu stoppen.

Für die Weiterbearbeitung des Projekts hat der Stadtrat im März 2018 50'000 Franken bewilligt. Im Mai 2020 bewilligte das Parlament zudem den Projektierungskredit von 480'000 Franken.

Zeitgemässer und gut funktionierender Friedhof

Die heutige Friedhofsanlage präsentiert sich weitgehend identisch mit den gestalterischen Aspekten von 1965. Aufgrund des Wandels in der Bestattungskultur und der Umstellung vom Privat- zum Stadtbetrieb hat sich der Friedhofsbetrieb stark verändert. Die vorhandenen Infrastrukturen genügen den betrieblichen Bedürfnissen nicht mehr.

So kann beispielsweise die Nachfrage nach einer angemessenen, konfessionsneutralen Bestattungskultur innerhalb der bestehenden Friedhofsanlage nicht erfüllt werden. Die jetzige Anordnung und Grösse der bestehenden Räumlichkeiten verhindern einen zeitgemässen, effizienten Betriebsablauf. Deshalb wird auf der neuen Friedhofsanlage ein Abdankungsraum ohne kirchlichen Hintergrund integriert.

Zudem werden neue Urnenstelen in den bestehenden Friedhofskomplex integriert und ermöglichen diese fehlende Bestattungsform gemäss kommunaler Bestattungs- und Friedhofsverordnung zukünftig anbieten zu können. Gleichzeitig wird ein Sternenkindergrab bei der Erweiterung einen festen Bestandteil des Friedhofs bilden.

Städtebauliche Akzente und Nachhaltigkeit

Das Siegerprojekt aus dem im August 2019 abgeschlossenen Architekturwettbewerb besticht durch den durchdachten Rückbau der bestehenden Gebäude mit einer neuen städtebaulichen Gebäudesetzung eines kompakten Neubaus und die Stärkung der Mittelachse. Damit wird die ursprüngliche Aussenraumgestaltung weitergeführt.

Um den Umweltanforderungen gerecht zu werden, wird auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage errichtet und die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luftwärmepumpe. Gleichzeitig werden die gesamte Dachkonstruktion wie auch die Innenwände des Neubaus als Holzelemente geplant.

Die Wetziker Stimmbevölkerung hat an der Urne das letzte Wort zur Gesamtsanierung und Erweiterung des Friedhofs. Dies wird voraussichtlich im September 2022 sein. Während der Umbauphase kann der Friedhofbetrieb ohne Unterbrüche weitergeführt werden, da die bestehenden Bauten erst nach Bezug der neuen Gebäude zurückgebaut werden.

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