Der Floorball-Thurgau hat den Vertrag mit Olli Oilinki um drei Jahre verlängert.
Olli Oilinki Foto: Floorball Thurgau, Sandro Schmuki
Olli Oilinki Foto: Floorball Thurgau, Sandro Schmuki - Floorball Thurgau

«Olba», wie Olli Oilinki von seinen Freunden genannt wird, gehört zu Floorball Thurgau wie die Äpfel zum Kanton. Seit zwei Jahren ist Olba nun als U21-Headcoach bei Floorball Thurgau tätig und massgeblich am Erfolg des Nachwuchsteams beteiligt.

Zurzeit liegen Olbas U21-Junioren in der höchsten Schweizer Stärkeklasse auf Platz Zwei, punktegleich mit Tabellenführer Zug United. Für die Verantwortlichen bei Floorball Thurgau war es somit schnell klar, dass bald eine Verlängerung mit dem finnischen Coach angestrebt werden soll.

Dass der Vertrag nun gar um ganze drei Jahre verlängert wird, ist umso erfreulicher. Sportchef Daniel Costa meint dazu: «Wir haben uns zuerst über einen möglichen Einjahresvertrag unterhalten.

Im Laufe des Gespräches wurde immer klarer, dass für beide Parteien ein Dreijahresvertrag am meisten Sinn macht.» Die ganze Planung kann so längerfristig ausgerichtet werden, was grosse Vorteile mit sich bringt.

Unihockey diente als Eishockey-Ersatz

Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist Oilinki in Finnland, wo er schon früh mit der Sportart Eishockey in Berührung kam. Da man aber nicht immer aufs Eis konnte, musste ein Ersatz her.

Unihockey wurde entdeckt und diente vorerst als Eishockey-Ersatz, gespielt wurde in den Kellern und auf der Strasse. Die Sportart ohne Schlittschuhe machte so viel Spass, dass bald mit Freunden der erste Unihockey-Verein gegründet wurde: Hämeenkylän Senators.

Nach einiger Zeit zog Olba mit seinen Freunden weiter, zum Verein Martinpääskyt, heute M-Team. Anfang der 2000er-Jahre suchte der Finne eine neue Herausforderung, welche er dann 2005 mit dem Transfer in die Schweiz zu Chur Unihockey fand. Angesprochen auf den Wechsel in die Schweiz meint Olba: «Weil ich einfach etwas Neues ausprobieren wollte.»

Bereits als Spieler war Olba sehr erfolgreich

Bei Chur Unihockey spielte der versierte Center drei Jahre lang, ehe er für weitere drei Jahre innerhalb der NLA zu den Langnau Tigers wechselte. Im Anschluss spielte Olba noch ein Jahr für Wiler-Ersigen, wo er den Schweizer Meistertitel feiern durfte.

Bereits in den Jahren davor feierte Olba mit den Langnau Tigers zweimal den Schweizer Cuptitel und lief siebenmal für die finnische Nationalmannschaft auf. Zurück zum Titel mit Wiler-Ersigen: Als frischgebackener Schweizer Meister erhält Olba einen Anruf von einem gewissen Markus Wiedmer.

Dieser erzählte ihm von einer Unihockey-Schule im schönen Thurgau, einzigartig und seiner Zeit voraus.

Olba ist direkt involviert

Olba meint dazu: «Seit dem ersten Besuch in Erlen hat mich die Unihockey-Schule fasziniert, und da hat die Idee für das Coaching mich angefangen zu interessieren.

Was mir sehr gefällt und mich eben fasziniert, dass ich direkt involviert bin: Ab der U13-Stufe in Erlen bis zur U21-Mannschaft bei Floorball Thurgau kann ich die Entwicklung mitgestalten und beeinflussen.

Jedes Jahr wird alles etwas breiter aufgestellt, das spielerische Niveau, aber auch das Coaching selbst, werden von Jahr zu Jahr besser. Es ist ein Prozess, der niemals endet.»

Olba war massgeblich am Aufstieg beteiligt

Als Olba als Coach an der Unihockeyschule in Erlen seine Tätigkeit aufnimmt, spielte er zu Beginn als Center in der ersten Herrenmannschaft bei Floorball Thurgau. Er war massgeblich daran beteiligt, dass sich die Ostschweizer gleich für die Aufstiegsspiele qualifizierten und schlussendlich von der ersten Liga in die NLB aufstiegen.

Sportchef Costa, welcher in besagter Saison 2016 und 2017 noch Coach des NLB-Herrenteams war, meint zu seinem damaligen Spieler Oilinki: «Wenn du so einen cleveren Spieler wie Olba in deinem Team hast, ist es auch verständlich, wieso wir damals gleich zweimal nacheinander in den Aufstiegsspielen zur NLA waren.»

Oilinki selbst meint mit einem Augenzwinkern: «Wären wir damals schon in die NLA aufgestiegen, hätte ich im Thurgau den Status als Halb-Gott erhalten.» Nach diesen beiden sehr erfolgreichen Saisons tauschte der Finne den Stock gegen die Taktiktafel und war ab dann «nur» noch Coach bei Floorball Thurgau.

Aktuell ist Oilinki U17-Nati-Coach

Zusätzlich zum Engagement im Thurgau arbeitet Oilinki zurzeit auch als U17-Nati-Coach für den schweizerischen Unihockeyverband.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft: Die persönlichen Ziele von Olba bei Floorball Thurgau sind schnell erklärt. Er will weiter mithelfen, gut ausgebildete Unihockey-Spieler rauszubringen, welche sich direkt ins Herrenteam integrieren können.

Nach der U19-WM vergangenen August kamen zudem erstmals Gedanken auf, eines Tages ein Herrenteam zu coachen.

Die Zeit sei aber noch nicht reif dafür, so der finnische Head-Coach, der definitiv in der Ost-Schweiz angekommen ist und seit vielen Jahren mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern in Winterthur wohnt.

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