Volketswil setzt Kurs auf Netto-Null bis 2050
Mit einer neuen Energie- und Klimastrategie will Volketswil den CO₂-Ausstoss senken, erneuerbare Energien fördern und die Lebensqualität langfristig sichern.

Wie die Gemeinde Volketswil berichtet, hat sie eine umfassende Energie- und Klimastrategie erarbeitet. Sie zeigt auf, wie die Gemeinde in den kommenden Jahren ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung erhalten und verbessern will.
Volketswil trägt seit 2007 das Label «Energiestadt». Damit verpflichtet sich die Gemeinde zu einer aktiven und nachhaltigen Energiepolitik. Im Februar 2026 hat der Gemeinderat eine Energie- und Klimastrategie verabschiedet und damit eines seiner Legislaturziele erfüllt.
Die Strategie definiert konkrete Ziele und Massnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, erneuerbare Energien auszubauen und den Treibhausgasausstoss deutlich zu reduzieren.
Netto-Null als zentrales Ziel
In ihrer energie- und klimapolitischen Vision hält die Gemeinde fest, dass sie im Kanton Zürich zu den engagierten Energiestädten gehören will. Ein zentrales Ziel ist das sogenannte Netto-Null-Ziel: Die Treibhausgasemissionen sollen möglichst weit gesenkt und die verbleibenden Emissionen durch spezifische Massnahmen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden.
Für die Gemeindeverwaltung und die öffentlichen Anlagen wird dieses Ziel bis 2040 angestrebt, für das gesamte Gemeindegebiet bis spätestens 2050.
Fünf Handlungsfelder mit konkreten Massnahmen
Die Strategie der Gemeinde Volketswil umfasst fünf Handlungsfelder mit Massnahmen bis 2030: Gemäss dem Handlungsfeld Energie und Ressourcen werden erneuerbare Energien stärker genutzt und, wo möglich, lokal produziert. Dazu gehört der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden.
Seit 2024 verfügt zum Beispiel das Gemeindehaus über eine solche Anlage. Die Solarmodule konnten dabei von der ehemaligen Kindercity, einem interaktiven Freizeitpark, übernommen und weiter genutzt werden. Die Anlage produziert rund 65'000 kWh Strom pro Jahr, davon werden 85–90 % direkt im Gemeindehaus genutzt.
Ziel ist es, alle geeigneten kommunalen Gebäude entsprechend auszurüsten. Auch im Wärmebereich unterstützt die Gemeinde den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien.
Energieplanung und klimafreundliche Gebäude
Dafür hat sie die Energieplanung verabschiedet, welche aufzeigt, wo welche erneuerbaren Energien genutzt werden können. Sie unterstützt den Energieverbund der Energie 360° AG. Zudem soll die Abfallwirtschaft stärker in Richtung Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.
Im Handlungsfeld Siedlung und Gebäude stehen energetische Sanierungen, erneuerbare Heizsysteme und nachhaltige Quartierentwicklungen im Fokus. Fossile Heizsysteme sollen schrittweise ersetzt werden. Die Gemeinde unterstützt dies mit einer kostenlosen Erstberatung für Private.
Basierend auf dem Leitbild Liegenschaften sollen die kommunalen Gebäude das Netto-Null-Ziel bis 2040 erreichen. Zudem werden die Planungsinstrumente, wie die Richtpläne oder die Bau- und Zonenordnung BZO, laufend im Sinne nachhaltiger Quartiere mit hoher Lebensqualität weiterentwickelt.
Nachhaltige Mobilität und mehr Grünräume
Das Handlungsfeld Mobilität und Verkehr enthält Massnahmen, um den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr weiter zu stärken. Im Weiteren soll die Elektromobilität gefördert werden, zum Beispiel durch den Ausbau der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur.
Zudem sollen die Grün- und Freiräume rund um die Mobilitätsflächen laufend naturnaher und mit Bäumen umgestaltet werden.
Anpassung an den Klimawandel im Alltag
Neben dem Klimaschutz gewinnt auch die Anpassung an den Klimawandel an Bedeutung: Ein Grünflächenkonzept für gemeindeeigene Flächen wird erarbeitet und später umgesetzt. Zudem sind Baumpflanzungen zur Hitzeminderung geplant sowie Projekte zum Thema Wasser vorgesehen, etwa zur besseren Versickerung von Regenwasser.
Auch die gemeindeeigenen Liegenschaften wie beispielsweise die Schulhäuser werden durch Entsiegelung, Baumpflanzungen oder biodivers gestaltete Grünflächen weiterentwickelt. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Hitzebelastung im Sommer zu reduzieren, die Aufenthaltsqualität im Siedlungsraum zu verbessern sowie Trockenheit und Überschwemmungen bei Starkniederschlägen vorzubeugen.
Gemeinsam die Energiewende vorantreiben
Im fünften Handlungsfeld Kommunikation, Kooperation und Organisation setzt die Gemeinde auf eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, Unternehmen und regionalen Partnern. Information, Beratung und Veranstaltungen tragen dazu bei, dass möglichst viele Akteure zur Energiewende beitragen.
In diesem Handlungsfeld sind zudem Monitoring und Erfolgskontrolle angesiedelt sowie Massnahmen für die Gemeindemitarbeitenden.
Mit der Energie- und Klimastrategie legt Volketswil eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung. Ziel ist es, gemeinsam mit Bevölkerung, Unternehmen und weiteren Organisationen Verantwortung für Umwelt und Klima zu übernehmen und damit zu einer zukunftsfähigen und lebenswerten Gemeinde beizutragen – einer Gemeinde, in der auch zukünftige Generationen gerne und gut leben.
Öffentliche Information im Herbst 2026
Im Herbst 2026 wird die Gemeinde Volketswil im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung alle interessierten Personen über die Energie- und Klimastrategie und die bis dann umgesetzten Massnahmen informieren. Datum und Programm werden frühzeitig kommuniziert.










