Suhr AG: Budgetdefizit steigt auf 1,65 Millionen Franken
Die Gemeinde Suhr AG rechnet für 2027 mit einem Aufwandüberschuss von rund 1,65 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt dennoch bei 112 Prozent.

Das Budget 2027 der Einwohnergemeinde Suhr sieht einen Aufwandüberschuss von rund 1,65 Mio. Franken vor. Gegenüber dem Vorjahresbudget erhöht sich das Defizit damit um rund 1,05 Mio. Franken. Hauptgründe sind steigende Kosten in der Pflegefinanzierung, bei der Sonderschulung und beim Personal.
Der Gemeinderat verzichtet auf eine Steuererhöhung und belässt den Steuerfuss bei 112 Prozent.
Die Ausgaben der Gemeinde steigen weiterhin stärker als die Erträge. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Pflegefinanzierung. Die Restkosten für die stationäre und ambulante Pflege inklusive Spitex nehmen gegenüber dem Budget 2026 um rund 770'000 Franken zu.
Auch bei der Sonderschulung entstehen Mehrkosten von rund 230'000 Franken. Diese Kosten sind durch die Gemeinde kaum beeinflussbar.
Der Personalaufwand steigt um rund 810'000 Franken. Dies ist auf 4,25 zusätzliche Stellen sowie Lohnanpassungen von insgesamt 1,5 Prozent zurückzuführen.
Bei den Steuern der natürlichen Personen wird gegenüber dem Budget 2026 mit Mehreinnahmen von rund 860'000 Franken gerechnet. Gleichzeitig reduzieren sich die Erträge aus dem kantonalen Finanzausgleich um rund 130'000 Franken.
Im Budget 2026 konnte das Defizit nur dank einmaliger Erträge von rund 1 Mio. Franken auf 0,6 Mio. Franken begrenzt werden. Erste Massnahmen aus der Aufgaben- und Finanzanalyse, insbesondere das neue Parkierungsreglement und das überarbeitete Bestattungs- und Friedhofsreglement, über welche die Einwohnergemeinde Ende November abstimmt, führen im Budget 2027 zu zusätzlichen Einnahmen von rund 240'000 Franken. Diese reichen jedoch nicht aus, um die Kostensteigerungen auszugleichen.
Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf rund 8,8 Mio. Franken. Davon können 27 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert werden. Die Nettoschuld steigt dadurch auf rund 1'470 Franken pro Einwohner und liegt weiterhin unter dem kantonalen Richtwert von 2'500 Franken.
Der Gemeinderat verzichtet vorerst auf eine Steuererhöhung. Die Gemeinde verfügt über genügend Eigenkapital, um das Defizit vorübergehend aufzufangen. Gemäss Finanzplan ist auch in den kommenden Jahren mit Defiziten zu rechnen.
Mittelfristig stehen deshalb ein Leistungsabbau, eine Reduktion der Investitionen, eine Steuererhöhung oder eine Kombination dieser Massnahmen zur Diskussion. Der Gemeinderat wird diese Fragen bis zur Budgetierung 2028 klären.










