Täglich treffen im Kanton Nidwalden zwischen 8 und 12 Ukraine-Flüchtlinge ein, die Unterkunft und Betreuung benötigen. Dies ist deutlich mehr, als zu Beginn des Russischen Angriffskriegs angenommen. Nun startet der Kanton einen öffentlichen Aufruf: Er sucht dringend zusätzliche Unterkünfte.
Zwei Brüder, die mit ihrer Mutter aus der Ukraine geflohen sind, warten im Zelt vor der Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Hamburg-Marienthal auf Einlass. Foto: Marcus Brandt/dpa
Zwei Brüder, die mit ihrer Mutter aus der Ukraine geflohen sind, warten im Zelt vor der Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Hamburg-Marienthal auf Einlass. Foto: Marcus Brandt/dpa - dpa-infocom GmbH

Bislang wurden dem Kanton Nidwalden rund 60 Schutzbedürftige zugewiesen, wie die Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Die rasch anwachsende Zahl von Ukraine-Flüchtlingen stellte den Kanton mit seinem Sonderstab vor grosse Herausforderungen.

Nach der Erstunterbringung in den Aufnahmestellen ist es das Ziel, die Geflüchteten relativ rasch auf geeignete Unterkünfte im ganzen Kanton zu verteilen. Auch wenn in der Bevölkerung eine grosse Solidarität mit den Geflüchteten spürbar sei und bislang gegen 70 Wohnungsangebote von Privaten eingingen, seien Kanton und Gemeinden auf weitere mittel- und langfristige Unterkunftsmöglichkeiten angewiesen, heisst es weiter.

Darum lanciert der Kanton nun einen öffentlichen Aufruf und nimmt Angebote von Wohnungs-, Haus- und Liegenschaftsbesitzern, Hotels sowie Betreibern von Gemeinschaftsunterkünften online entgegen. Man sei mit Hochdruck daran, alle verfügbaren Unterkünfte zusammenzutragen, wird Frau Landammann Karin Kayser-Frutschi (Mitte) in der Mitteilung zitiert. «Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.»

Der Regierungsrat sucht parallel nach zusätzlichen Lösungsvarianten in grösseren Dimensionen, etwa in Form einer modular erstellbaren, zentralen Kollektivunterkunft.

Nach heutigem Stand müsse Nidwalden von bis zu 500 Schutzbedürftigen ausgehen, die der Kanton aufzunehmen habe, heisst es weiter. Wobei sich diese Einschätzung je nach weiterem Verlauf der Krise noch ändern könne.

In Nidwalden ist vorgesehen, Kinder und Jugendliche von Flüchtlingsfamilien an einem Ort zu unterrichten. Dadurch könne sowohl der schulische als auch psychologische Bedarf zentral abgedeckt werden, heisst es.

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