Traum geplatzt: Pfanni scheitert hauchdünn an den Jets

Der UHC Pfannenstiel verliert Spiel fünf gegen die favorisierten Kloten-Dietlikon Jets erst in der Verlängerung mit 2:3 und verpasst den Halbfinal knapp.

Mannschaft UHC Pfannenstiel
Ausgeträumt - Pfanni verliert dramatisch. - UHC Pfannenstiel

Wie der UHC Pfannenstiel mitteilt, hätte es niemand erwartet, dass das Team die favorisierten Kloten-Dietlikon Jets in ein fünftes Spiel zwingen und dort an den Rand einer Niederlage bringen würde.

Letztendlich wurden die Flughafenstädter dank einem Tor von Rieder in der 67. Minute ihrer Favoritenrolle gerade noch so gerecht und konnten sich für die Halbfinals qualifizieren. Pfanni verlor zwar diese Serie, aber gewann viele Herzen, auch dank seinen unglaublichen Fans.

Der UHC Pfannenstiel wollte nach dem Ausgleich in der Serie am vergangenen Freitag nochmals alles geben um die Sensation zu schaffen. Die erste Chance hatte dabei van Welie, der aber nach gut 80 Sekunden seine Abschluss pariert sah.

Jets setzen Pfanni früh unter Druck

Auf der Gegenseite war es Jets-Captain Krebs, der seine Farben nur eine Zeigerumdrehung später fast in Führung geschossen hätten. Nach einem Ballgewinn in der Ecke zog er in den Slot, verpasste aber den erfolgreichen Torabschluss knapp. Wie schon in den vier Duellen zuvor entwickelte sich ein animiertes und intensives Spiel.

In der neunten Minute prüften sowohl die Jets in Person von Schellenberg als auch Pfanni durch Ernst die Reflexe der Torhüter. Im Anschluss hatten die Einheimischen eine längere Druckphase und kamen zu guten Chance von Kissling, Nussbaumer, Laurino und Dumpis, sowie zum ersten Tor durch Kauppinen, der im Slot völlig frei zum Abschluss kam.

Pfanni konnte von Glück reden nur mit einem Tor in Rückstand zu geraten und Trainer Werner sah sich gezwungen früh sein Time-Out einzuziehen und seine Mannen wieder in die Spur zu bringen. Dies gelang gut, sehr gut sogar.

Ausgleich sorgt für grosse Emotionen

Hafner grub in der 15. Minute den Ball in der gegnerischen Ecke aus, legte ab zu Forrer und dieser leitete weiter zu Nideröst der Lemke im Klotener Kasten keine Chance liess und zum 1:1 Ausgleich traf. Der Jubel in der Halle war gross, was auch daran lag, dass Pfanni zum 5. Mal in Folge gefühlt ein Heimspiel hatte.

Kurz vor der Drittelspause hatten die Jets nochmals drei hervorragende Chancen, die aber erneut ungenutzt blieben und so stand es nach 20 gespielten Minuten 1:1 unentschieden. Der Start ins Mitteldrittel gelang den Jets besser.

Nussbaumer kam in der 22. Minute im Slot an den Ball, scheiterte aber am hervorragend aufgelegten Edelmann im Pfanni-Tor. In der 25. Minute hatte Pfanni dann die Möglichkeit in Führung zu gehen, doch die regelwidrige Intervention an Ernst bei seinem Abschluss wurde von den Schiedsrichter nicht geahndet und wenig später drosch Dudler den Ball volley knapp am Jets-Tor vorbei.

Torhüter halten das Spiel offen

Es war trotz wenigen Toren weiterhin ein äusserst animiertes Spiel. So parierte in der 28. Minute Edelmann zwei Mal innert kurzer Zeit gegen Nussbaumer und auf der Gegenseite verpasste Nideröst ein weiteres Pfanni-Tor nach einem Bogenlauf hauchdünn.

Trotz weiteren Chancen auf beiden Seiten, wollten im Mitteldrittel keine weiteren Tore mehr fallen und so ging es mit einem 1:1 in die zweite Pause. Dramatik war also fürs letzte Drittel garantiert.

Beide Teams spielten fortan nur noch mit zwei Linien, wobei die Zürcher Oberländer den besseren Start erwischten. Luchsinger spielte in der 44. Minute unter Druck aus der eigenen Zone Millimetergenau in den Lauf von Nideröst, der Lemke keine Chancen liess und Pfanni erstmals in Führung schoss.

Pfanni verteidigt leidenschaftlich

In der Folge versuchten die Jets alles, doch die Gäste hielten Angriffswelle um Angriffswelle stand, verteidigten äusserst solidarisch und hatten, wenn mal ein Abschluss durchkam einen starken Edelmann als Rückhalt. Die besten Chance hatte dabei Rieder in der 51. Minute, der im Slot den Ball aber knapp am linken Torpfosten vorbeilenkte.

Pfanni war seinerseits aber weiterhin mit Nadelstichen gefährlich. Einen solchen setzte van Welie in der 55. Minute, doch der Ball zischte über das Tor hinweg. In der 57. Minute fiel dann aber doch der Ausgleich.

Schumacher fasste sich ein Herz und erwischte Edelmann in der nahen Torecke zum 2:2-Ausgleich. Als wenig später van Welie auf die Strafbank musste, ahnte man Böses, doch Pfanni verteidigte erneut solidarisch und überstand das Unterzahlspiel unbeschadet. So musste also die Verlängerung über den Sieger entscheiden.

Jets nutzen ihre Chance eiskalt

Pfanni agierte angetrieben von den eigenen Fans mutig und erspielte sich durch van Welie in der 64 Minute eine Grosschance, die jedoch von Lemke vereitelt wurde. Die Jets seinerseits nutzten ihre erste Grosschance.

Burri spielte in der 67. Minute Topscorer Rieder frei, der mit seinem präzisen Abschluss zum 3:2 sein Team in Jubelstürme ausbrechen liess und Pfanni ins Tal der Tränen stiess. Die Zürcher Oberländer zeigten auch im fünften Spiel eine starke Partie und waren mit den Jets auf Augenhöhe umso mehr schmerzt es, dass das Happyend ausblieb.

Aber die Leistung des Teams wurde mit minutenlangen Standing-Ovations der Fans zurecht honoriert, Pfanni darf stolz sein auf das Gezeigte in jedem einzelnen Spiel in dieser Serie. Letztendlich gehen die Gratulationen aber an die Jets, die ihrer Favoritenrolle gerade noch so gerecht wurden und nun im Halbfinale gegen Ticino Unihockey ihr Aufstiegsziel weiterverfolgen können.

«Für mich sind die Jungs Gewinner»

Pfanni-Trainer Werner nach dem Spiel: «Es ist bitter, sehr bitter. Wir haben wirklich alles in diese Serie geworfen und waren verdammt nah an der Überraschung dran. Trotz der sportlichen Niederlage sind die Jungs für mich Gewinner!

Sie haben gezeigt, was Pfanni einzigartig macht: Freundschaft, Leidenschaft und Zusammenhalt! Das haben die Fans estimiert und uns genau dafür am Ende gefeiert! Ich bin unendlich Stolz auf die Jungs!».

Viel mehr gibt es diesen Worten nicht anzufügen. Pfanni wird in der Saison 2026/2027 seine 5. Saison in der Nationalliga in Angriff nehmen, etwas wovon wohl nie jemand im Verein geträumt hätte. Ein Saisonende ist leider auch immer ein Abschiednehmen von langjährigen Weggefährten, was deutlich mehr schmerzt als die Niederlage und das Ausscheiden.

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